Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1874 (Nr. 298-300)

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Domblatt.

M o n a t s s ch r i s t.

Amtliehe Mittheilungen des Central-Dombau Vereins,

mit geschichtlichen, artistischen und literarischen Beiträgen,

hrrausgegeben vom vorstande.

Nr. 298. KölN, Sonntag, den 31. Mai. 1874.

Der Pränumeratwns-Preis dcs „Kölncr Domblattes", dessen Brutto-Betrag der Dombau-Vereins-Casse zufließt, beträgt hier wie auswärls (bei allcn könizl-
preuß. Post-Anfialte») 10 Sgr. für den Jahrgang. — Alle Zuschriften an den Central-Verein werden offen oder unter Kreuzbaud mit der Rubrik: „Allgemeiw
Angelegenheiten des Dombau-Vereins zu Köln", so wie Geldsendungen mit der Bezeichnung: „Geldbeiträge sür den Dombau zu Köln', erbeten.

Notarielle Vcrhandlmig

über das

Zieyungs-Heschäst der Meunlen Urännen-GoLecle zum Ausöatt der Hhürme

des Kölner Aomes.

Verhandelt zu Köln im Jsabellensaale des Gürzenichs, Donnerstag den
iö. Januar 1874, Vormittags um 9 Uhr.

Auf Ersuchen dcs Verwaltungs-Ausschusses des Central-Dombau-Vereins
in Köln verfügte sich der unterzeichnele, in Köln wohnende Königlichs Notar
Heinrich Wiukens in Assistenz der beiden mitunterschriebenen, dem Notar per-
sönlich bekannten Zeugen zur vorangegebene» Zeit in das Eingangs bezeichnete
Local, um daselbst über die Ziehung der Prämie» der durch Atlerhöchste Ca-
binets-Ordre vom 27. März 1867 und Ministerial-Erlaß vom 18. April
1867 genehmigten Nennten Prämien-Collects zum Ausbau der Domthürme,
zu deren Beginn von dcm requirirenden Verwaltungs-Ausschusse Termin auf
heute zur vorangegebenen Stunde und an gedachtem Orte, und zu deren
Vornahme und Ausführung am heutigen und den folgenden Tagen die Vor-
mittagsslunden von 9 Uhr und die Nachmiltagsstunden von 3 Uhr ab bestimml
wordeu, insbesondere über die der eigeutlichen Ziehung vorhergehenden, die-
selbe vorbereiteudcn Schrittc, über Ausführuug und das Resultat derselben,
überhaupt über das ganze Ziehungsgeschäft ein Protocoll in authentischer Form
aufzunehmen.

Jn dem Eingangs bezeichneten, zur Vornahme des Ziehungsgeschästes
bestimmten Locale, zu welchem auch das Publicum Zutrilt hat, fand der
fungirende Notar anwesend:

äl. Seitcns des Vorstandes des erwähnten Central-Tombau-Vereins die
»achaufgeführten Herren, nämlich:

1) Herr Jujtizrath I)r. Johann Baptist Haass, hier in seiner Eigenschaft

als Präsident des Dombau-Vereins,

2) Herr Oswald Schmitz, Kaufmann und Consul,

3) Herr William Hasledine Pepys, Director der Gasgesellschaft dahier,

4) Herr Christian Boisseree, Rentner,

8) Herr Cari von Wittgenstein, Landrath,

6) Herr Chrys. Herriger, Rentner,

7) Herr Mich. Braubach, Kaufmann,

8) Herr Richard Voigtel, Königlicher Baurath und Dombaumeister,

L. Herr Waldemar Kettner, Königl. Polizei-Assessor,

sämmtliche Comparenten zu Köln wohnend.

Der Herr Erst-Comparent bemerkte zuvörderst, daß die heute beginnende
Neunte Tombau-Prämien-Collecte in der im genehmigten Plane Z. 4 vorge-
schriebcnen Weise drei Mal von acht zu acht Tagen, und zwar im Königlich
Preußischen Staats-Anzeiger am 17., 24. und 31. December 1873, iu der
Kölnischen Zeitung dahier, so wie in der Kölnischen Volkszeitung dahier eben-
falls am 17., 24. und 31. December selbigen Jahres öffenttich bckannt ge-
uiacht ivorden sei, wie dies die diesem Protocolle als Belege beigefügtsn
Exemplare der benannten Blätter nachweijen.

Dcrsclbe ersuchte sodann den fungircnden Notar, in Anschluß an die
Schlußverhandlung, welche der verlebte Nolar Herr Harperath über das

Ziehungsgeschüft am 18. Januar 1873 Vormittags aufgenommen hat, und
im Anschluß an das in dieser Verhandlung nach beendigter Ziehuug beur-
kundete Verfahren über die Statt gefundens Versiegelung und den Verschluß
des großen GlücksradeS und der in diesem Rade zurückgebliebenen nicht ge-
zogenen Loosenummern, den Zustand dieses Nades, der daraus von Herrn
Nvtar Harperalh geleglen und aufgedrückten drei Zlmtssiegel und des vc-n
dem Dombaumeister Voigtel augelegten besonderen Verschlustes mittets ^einer
Plombe, deren Stempel in ein durch das Amtssiegel des Notars verschlossenes
Papier eingeschlagen und so, gegen jeden Gebrauch geschützt, dem Herrn
Tombaumeister Voigtel zur Aufbcwahrung übergeben worden war, genau zu
untersuchen und im Protocolle zu constatiren.

Der fungirende Notar, diesem Gesuche wiltfahrend, hat unter Zuziehuug
der Zeugen und der erschienenen, Eingangs aufgeführten Mitglieder des Vor-
standcs des Central-Dombau-Vereins, so wie des Commmars des Staates,
zimächst das ihm vom Depositar Herrn Dombaumeister Voigtel übergsbene,
mit dem Amtssiegel des Notars Harperath verschlostcne Papier, worin^ laut
der Schlußverhandlung vom 18. Januar 1873 der Stempel der auf das
Rad angelegten Plombe eingefaltet wurde, nach vorhergegangener Erklärung
des Herrn Tombaumeisters, daß dieses ihm zur Aufbewahrung anverlraute,
verschloffene und versiegelte Papier bis heute in seinem ausschließlichen Ge-
wahrsam geblieben sei, untersucht, und es ist das darauf angelcgte Amts-
siegel allseitig als unverletzt erkannt und zugleich festgestellt wordcn, daß
durch die noch vorhandene Verfiegelung und deu unverletzten Zustand des
Siegels die Unmöglichkeit eines Gebrauches des Jnhaltes des verschloffenen
Papiers sich ergebe.

Der Notar hat sodann das Amtssiegel gelöst, und nach erfolgter Oeff-
nung des Siegels cinen Stempel vorgefunden und herausgenommen, der sich
bei angestellter Vergleichung als derjenige zur Plombe auf dem großen
Glücksrade ergab.

Derselbe ist sodann mit den Zeugen und den übrigen Anwcsenden zur
gcnauen äußerlichen Besichtigung des großen Glücksrades geschritten, wobei
nirgendwo und an keiner Stelle desselben eine Beschädigung oder eine Oeff-
nung entdeckt worden ist.

Die anwesenden Mitglicder des Vorstandes ersuchktm hierauf den Notar,
die Abnahme der Siegel und der Plombe vorzunehmen und alsdann die
gemäß dcr von dem verstorbenen Notar Harperath aufgenommencn Ziehungs-
Protocolle vom 16., 17. und 18. Januar 1873 gezogenen 1494 Loose-
nummern, vierzehnhundert vierundneunzig inclusive, in der Reihenfolge, wie
sie gemäß dieser Protocolle gezogen worden sind, beginnend unter der lau-
fenden Nummer 1 mit der Loosenummer 91,488 und schließend unter der
laufenden Nummer 1494 mit der Loojenummer 178,226, einzetn, und nach-
dem jede Nummer vorher laut genannt und ihre Uebereinstimmung init den
in den vorcrwähnten Protocollen als gezogen beurkundcten Nummern festge-
stellt worden, eigenhündig in das große Glücksrad hineinzulegen und in ange.
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