Krauß, Werner
Die Reutlinger Frischlin-Chronik: Bearbeitung - Vergleich mit der Fitzion-Chronik - Forschungen über M. Jakob Frischlin — Reutlingen, 1971

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II. Beschreibung des LandBibl. F 138

Das Manuskript F 138, die Hauptquelle vorliegender Arbeit, führt den Titel
„Eine kurtze allgemeine Beschreibung des Landes Württemberg fürnemsten Staett,
Schlösser, Clöster und Marktflecken, ihres Ursprunges und alt Herkommens ge-
denckwürdige Historien".

Es handelt sich um eine Handschrift des 18. Jh., einen Folio im Format 2°, fest
gebunden, mit Pergamenteinband. Das Papier weist als Wasserzeichen eine Grafen-
oder Freiherrenkrone über den eingerahmten Initialen „H. A." auf, darunter eine
Weintraube.1) Der Band umfaßt 1820 Seiten. Davon sind 1783 Seiten beschrieben,
S. 1784—1820 sowie am Anfang S. I—VIII unbeschrieben. Die unter den Seiten-
zahlen stehenden Nummern bedeuten die Blattzahlen des der Abschrift zugrunde
liegenden Originalmanuskripts.

Auf den früheren Besitzer der Handschrift, den Frankfurter Schöffen Dr. Zacha-
rias Konrad von Uffenbach, weist ein künstlerisch gestaltetes Exlibris auf der Innen-
seite des Vorderdeckels; die Umschrift lautet: „ex libris Bibliothecae D. ZACH:
CONR: AB UFFENBACH. M. F.". 1776 erwähnt J. J. Moser in seiner Wuert.
Bibliothec, S. 529 f die Handschrift im Besitz Uffenbachs. Im Jahre 1715 ließ Uffen-
bach, wie das Titelblatt vermerkt, diese Beschreibung und Chronik Württembergs
aus einem ihm von C. F. von Klettenberg und Rhoda geliehenen Original (des 17.
Jh.) abschreiben. Die Abschrift selbst ist von verschiedenen Händen besorgt. Diese
Kopie befindet sich heute im Besitz der Württembergischen Landesbibliothek zu
Stuttgart (F138).

Am Schluß des beschriebenen Teils auf S. 1753 steht die Bemerkung: „Also ist
durch göttlichen beystand diese württembergische chronik uff dato d. 28. Jan. anno
1622 durch mich Hanns Georg Annsen, kay. offenbaren notarien, zugleich auch
purgern und advocaten zu Winniden, absolviert worden." Hanns Georg Anns wird
seither, wenn auch mit berechtigten Zweifeln, als Autor der Vorlage betrachtet.2)
Der Verfasser vorliegender Arbeit weist durch seine Untersuchung in Kap. 5 das
Werk dem lateinischen Präzeptor M. Jakob Frischlin zu, der es im Jahre 1613 fer-
tigt. Bei der seither als Original betrachteten Vorlage handelt es sich also ebenfalls
schon um eine Kopie, die den Namen des eigentlichen Autors verschweigt. Zum In-
halt des Werkes schreibt Heyd: „Dieses Manuskript vereinigt Landbuch und Chro-
nik. Nach einer kurzen Einleitung über das Land Württemberg im allgemeinen,
seine Städte, Klöster und Ämter beginnt die Spezialbeschreibung S. 14 mit Stutt-
gart . . . Von der Reichsstadt Weil aus (S. 984 f) geht der Verfasser bei Gelegenheit
der Schlacht von Döffingen unvermerkt über auf die allgemeine Geschichte des Lan-
des . . . Eine Eigentümlichkeit des Buches ist, daß mehrere Partien in Versen gege-
ben sind, ..."

') Nicht in der Wasserzeichenkartei von G. Piccard enthalten.

2) Heyd, Die histor. Handschriften der kgl. öffentl. Bibliothek zu Stuttgart.

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