Lanckoroński, Karl [Editor]
Städte Pamphyliens und Pisidiens (Band 2): Pisidien — Wien, 1892

Page: 130
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liehen Resten auf seiner Höhe. Deutlich unterscheidet man auf der flach gewölbten Kuppe
einen ringsumlaufenden niedrigen Wall, aus Bruchsteinen oder Fündlingen gehäuft, wahr-
scheinlich eine zusammengefallene Mauer. Vereinzelte Werksteine, die sich besonders im
Nordosten gegen das Tempelplateau finden, könnten einem an dieser Seite nothwendigen
Thorbau gehört haben.
Tempel Am Südende der eigentlichen Stadt sodann liegt auf ausgezeichnetem Platze das nach

des Antomnus. ^em Theater besterhaltene Bauwerk, die Ruine eines korinthischen Tempels, dessen gegen
Westen gekehrte Front Niemann auf Tafel XXIII wieder herstellt. Hirschfeld hatte den
Bau nach seinem Stil etwa der Zeit Trajans zugeschrieben. Ein kleines Architravstück, das
ich schon 1884 vor der Front fand, liess in einigen Buchstabenresten den Namen Hadrian
erkennen. Weitere Nachforschung im Jahre 1885 führte noch eine Generation hinab und
ergab Antoninus Pius als Inhaber des Tempels, vielleicht mit den \}soic icatpfotc oder einem
derselben vereint (Inschr. 188). Denn schwerlich war der Kaisertempel der erste an dieser
Stelle. Wie das Sebasteion in Pergamon und andere Götter- und Kaisertempel lag auch
dieser rings von Säulenhallen umgeben, und auf dem freien Platze, namentlich westlich vor
dem Tempel, standen Statuen von Kaisern (Inschr. 189 bis 191), Erzpriestern (Inschr. 195),
Siegern (Inschr. 193 f.). Den Zugang aber scheint ein aufgetrepptes Propylon gebildet zu
haben.

Hauptstrasse. Dass schon vom Tempel oder seinem Bezirk an die grosse Hauptstrasse anhob, scheint

gewiss. Von dem Pflaster derselben liegt noch ein Theil und östlich deutlicher als westlich
stellenweise ein Ouaderfundament, oben in gleicher Höhe mit Säulenstandspuren, ein Beweis
dessen, was für eine solche Strasse als selbstverständlich gelten darf, dass sie nämlich Säulen-
hallen zur Seite hatte. Aber die thurmbewehrte Befestigung, welche in später Zeit an dieser
Strasse entlang geführt ist, hat jedesfalls das Meiste zur Zerstörung beigetragen.

Da, wo aus der östlichen Thalmulde eine Senkung an den Dromos heranzieht, ist dieser
von einer Querstrasse durchschnitten, an deren östlicher Einmündung nördlich die Basis von
Standbildern Caracalla's und seiner Mutter liegt (Inschr. 19b), während südlich eine der grossen
Säulen stand, wie sie die Sagalassier als Basen von Statuen liebten, daneben noch eine schlanke
sechsseitige Basis, wie sie gleichfalls in Sagalassos besonders beliebt wraren. Gegenüber am
westlichen Ausgang der Ouerstrasse liegen Steine mit trophäenartigen Waffen in Relief,
wie wir sie in Termessos an Thürpfosten von Gräbern, den Seitenpfosten der Theaterskene
sahen, in Selge als Thorschmuck finden werden, und wie sie weit und breit der üblichste
Schmuck von Thorbögen waren. Den Querstrassen musste die Halle ja thorartig sich öffnen,
die Querstrassen selbst aber können wegen des starken Falles nach der einen wie nach der
anderen Seite keine Hallen gehabt haben. Standbilder werden längs der Strasse auch sonst
gestanden haben, und gewiss sind die Basen (Inschr. 197 ff.), welche hier und da in die Be-
festigung am Dromos eingemauert sind, nicht erst weit geschleppt, sondern an nächstbester
Stelle verwerthet.

Untermarkt. Weiter nördlich mussten die Hallen an der starken Steigung ein Ende haben. Von

der Treppe, die auf den mit Platten gepflasterten unteren Markt führt, sind nur die obersten
drei Stufen unverschüttet, kaum breiter als der Dromos, während der Platz mehr als doppelt





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