Rudolph Lepke's Kunst-Auctions-Haus <Berlin> [Editor]
Griffwaffen aus der Sammlung Max Dreger, Berlin: Europa: Deutsche Degen, Schwerter, Dolche, zwei Hifthörner aus Elfenbein, Jagdbestecke ; Orient: Polen, Rumänien, Türkei, Arabien, Kaukasus, Marokko, Indien, Persien, Hinterindien, Mongolei, China, Tibet und Japan ; Versteigerung: Dienstag, den 8. Dezember 1925 (Katalog Nr. 1947) — Berlin, 1925

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VORWORT

In der Kulturgeschichte der Menschheit hat für die Geschicke der Völker von
Uranfang bis in die neueste Zeit nichts eine solche Rolle gespielt, wie die
s Waffe par exellence, das Schwert. Es erscheint also vollkommen gerecht-
fertigt, wenn in unseren Tagen, wo man kulturgeschichtlichen Zusammenhängen
mit so viel Liebe nachgeht und die Sammelleidenschaft hohe Wellen schlägt,
auch das Schwert, ein Träger uralter, reicher, künstlerischer und technischer
Werte, wozu noch seine psychologischen Reize hinzutreten, als Sammelobjekt
wieder in Mode kommt, und mehr und mehr als solches gewürdigt wird.

Handelt es sich dann noch, wie im vorliegenden Falle, um eine Sammlung,
wo die Schwertklinge, der wesentliche Bestandteil des Schwertes, im Mittel-
punkt steht, — — und um einen Sammler von einzigdastehender Sachkenntnis,
der Jahrzehnte lang die ganze Welt durchsucht hat nach schönen, wertvollen
Beispielen der Schwertschmiedekunst, der ferner der langjährige, hochverdiente
Vorsitzende des internationalen „Vereins für historische Waffenkunde" ist, so
sind alle Vorbedingungen gegeben für eine den verwöhntesten Ansprüchen auf
diesem Gebiet entsprechende, erstklassige Sammlung.

„Echt" und „alt" sind die beiden Begriffe, worum sich alles kulturgeschichtliche
Sammeln dreht. In diesem Sinne muß es jeder Freund hochwertiger historischer
Waffen, insbesondere der Schwerter- und Trutzwaffen-Sammler, freudig begrüßen,
daß Major a.D. Dr.Ing. E.h.M. Dreger, an der Schwelle des hohen Alters, sich
von den im vorliegenden Katalog angeführten Waffen, vorwiegend asiatischer
Herkunft, trennen will: eine seltene Gelegenheit zur Erwerbung hervorragender
Stücke, und zwar der verschiedensten Sondergebiete! Denn es kommt da auf
seine Rechnung der Freund schöner europäischer Klingen, s. T. 2, Nr. 26, 27, 29-32,
derSpezialist fürFechtdolche, s.T.l, Nr. 16-25, T.2,Nr.28, derLiebhaber historischer
Richtschwerter, s. T. 2, Nr. 38/39, wie auch die Sammler aller asiatischen Sonder-
gebiete. Ein Jagdbesteck und Hülse, s. T. 3, Nr. 41, 42, zwei ausgewählte, herrliche
Elfenbein-Hifthörner (T. 3, Nr. 44/45), das eine von dem berühmten Faidherbe
(Mechern 1617-97), das andere sizilianisch-sarazenische Arbeit, um 1200 n. Chr.,
sind Museums- und Kabinettstücke, die jeder kultur- und kunstgeschichtlichen
Sammlung zur Zierde gereichten. Dasselbe gilt von einem tibetischen Sattel-
beschlag (T. 9) aus Lhassa, dessen vergoldete Eisenschnittarbeit von außer-
ordentlicher Seltenheit und Schönheit ist. Tibet ist ferner vertreten durch zwei
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