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Leo Liepmannssohn <Berlin> [Editor]
Autographen von Musikern, Schriftstellern, Gelehrten, bildenden Künstlern, Schauspielern, historischen Persönlichkeiten und Naturforschern: Versteigerung 9. Dezember 1932 (Katalog Nr. 63) — Berlin, 1932

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https://doi.org/10.11588/diglit.5715#0031
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164 Schumann (Robert). Eig. vollst. Musikmanuskript: „Lieder zur Jagd aus H. Laubes Jagdbrevier

für vier Männerstimmen m. Begl. von vier Hörnern ad lib." M. mehrfacher eig. Datierung m. U.,
darunter die folgende: „. . . d. 21. Mai 1849 in Kreischa. R. Schumann". Vokalpartitur
und Klavierauszug der Hornstimmen. 4 S. Groß-Folio u. 6 S. Gr.-4° (zus. 10 S.,
Papier zu 24 u. 14 Liniensystemen).

Das zierlich und z. T. in Reinschrift notierte Autograph enthält Schumanns berühmte Jagdlieder Op.137.
Die einzelnen Lieder sind betitelt,, Zur hohen Jagd", „Habet Acht", „Jagdmorgen", „Beider Flasche" und „Frühe".

Das Werk erschien 1857 im Druck, dessen Titel etwas abweichend lautet „Jagdlieder. Fünf Gesänge aus H.
Laubes Jagdbrevier. . ."; auch die Reihenfolge der Lieder ist eine andere (in der Vokalpartitur No. 1, 2, 3,
5, 4 der gedruckten Ausgabe; in den Hörnern entsprechend No. 2, 3, 1, 4, 5, letzteres auf besonderem Blatt).

Der eigenhändige Titel befindet sich am Kopf von S. 2 der Vokalpartitur. Außer der oben angegebenen Datie-
rung (auf S. 3 der Vokalpartitur) kommen noch 4 weitere (April u. Mai 1849) vor. — Mit Echtheitsbestätigung von
Clara Schumann. Vgl. Dörffel, Literar. Verz. S. 32. — Themat. Verz. S. 101. Wasielewski, 4. Aufl. S. 413.

Die Rückseite von No. 5 der Hörner („Frühe", No. 4 der gedruckten Ausgabe) wird von einem anderweitigen
Musikstück mit der Bezeichnung „Physharmonika" eingenommen. Es handelt sich um ein 2sätziges Stück
in F-dur (4/4) von 39 Takten (einschließlich der 13 Wiederholungstakte des 1. Satzes) von sanftem Charakter, durch-
weg pp. zu spielen. Eine Physharmonika (Harmonium) besaß Sch's. Schwiegervater Friedrich Wieck
bereits in Sch.'s. Jugendjahren. Nach der Versöhnung mit ihm sah Sch. in Dresden, wohin auch Wieck gezogen
war, das Instrument wieder und muß offenbar wieder Interesse dafür bekommen haben. Das Stück dürfte zeitlich
mit den „Jagdliedern" zusammenfallen (1849) und ist unbekannt und ungedruckt. Auch hat
sonst Schumann nichts für Harmonium komponiert.

165 — Zum größten Teil eigenhänd. Musikmanuscript m. Namen a. d. Titel u. U. „Spanische Liebes-
lieder für eine und mehrere Stimmen ... mit Begleitung des Pianofortezuvier
Händencomponirt von R. S." [Op. 138.] Partitur. Am Schluß: „d. 25 s t e n Nov.
1849. R. S c h." Titel u. 33 S. Folio, wovon etwa 30 S. eigenhändig. Papier zu 15—18 Sy-
stemen. In Hlwd. gbd.

Schumanns berühmte „Spanische Liebesliede r". Bis auf Seite 1, 2 u. 12 u. z. T. 13,
die aber von Schumann mit Überschriften versehen sind und die im ganzen Ms. von Kopistenhand geschriebene
Singstimme nebst Text ist alles übrige (d. h. die beiden partiturmässig untereinandergesetzten Klavier-
systeme) ganz eigenhändig von Schumann geschrieben; eine Reihe von Wiederholungs-
takten sind mittels Zahlen (1, 2, 3, 4 etc.) abgekürzt notiert. Auch der Titel ist eigenhändig, darunter eigenhändige
Widmung von Clara Schumann. Datierungen mit Signatur am Schluß, wie die oben genannte, sind bei Schumann
selten.

In dem Liederwerk befindet sich u. a. das hochberühmte Lied: „F 1 u t h e n r e i c h e r Ebro".
Vgl. Dörffel, Literar. Verzeichn. S. 32. — Themat. Verzeichn. S. 102—103. Wasielewski, 4. A. S. 412.

166 — Eig. Brief m. U. Düsseldorf, den 28sten Oct. 1851. 3 S. 8°.

An einem Leipziger Musikverleger (Hofmeister): „Es sollte mich freuen, auf diese Weise mit dem Hause, das
mir im Beginn meiner Laufbahn befreundet war, in erneute Verbindung zu kommen . . . Von der Sonate für Piano-
forte und Violine namentlich glaube ich dem Verleger guten Erfolg versprechen zu können, da es an ähnlichen
Stücken so sehr fehlt. . ." Es handelt sich offenbar um sein Op. 105 (komponiert 12. —16. Sept. d. J.).

167 — Schumann (Clara, geb. Wieck), Pianistin u. Gattin von Rob. Sch. (1819—96). Eig. Brief m. U.
(„Clara"). Leipzig, 1./10. 1841. 4 engbeschr. S. 8°.

An eine Freundin (Sophie), die sehr lange nichts von sich hören ließ, sodass sie darüber sehr besorgt ist. Sie
drückt ihre große Freude bei Geburt ihrer Tochter Marie aus . . . „Wir sind selig in unserer Kleinen, die ein
allerliebstes Kindchen ist, und, was mich nun so sehr freut, meinem Robert außerordentlich
gleicht. Von mir hat sie nichts, als die langen Finger, die sich aber en miniatur ganz niedlich ausnehmen . . .
Mein Mann ist ein glücklicher Papa, und liebt mich darum nur noch zärtlicher. Konnte etwas unsere Liebe noch
erhöhen, so war es dies! . . ."

— — Grillparzers Gedicht an sie: „Klara Wieck u. Beethoven." Siehe No. 28.

168 — Hebbel (Friedr.), Dramatiker (1813—63). Eigenh. Brief m. U. („Dr. Friedrich Hebbel") Wien
d. 26. May (18)47. S. Gr.-8°. (Eng beschrieben.)

An Robert Schumann. Schöner freundschaftlicher Brief des Dichters an seinen Komponisten.....,Mir kann

es ja nur zur Freude gereichen, wenn ein Mann, wie Sie, sich durch meine Production zum musikalischen Schaffen
angeregt fühlt. . . und es versteht sich von selbst, daß ich Ihnen dabei gern . . . hülfreiche Hand leiste . . ." Es
handelt sich um ein Libretto für Schumann, welches Hebbel nicht schreiben, sondern bloß überarbeiten sollte u.
um dessen Übersendung er bittet. ,,. . . Uebrigens trauten Sie mir gegen Ihre schöne, der meinigen so nah verwandte
Kunst eine grosse Gleichgültigkeit zu, wenn Sie es für möglich hielten, daß Sie mir unbekannt seyen. Ich weiß
sehr wohl, was Ihr Name in der musikalischen Welt bedeutet, ich habe Ihre Frau Gemahlin schon vor Jahren in
Hamburg mit großem Genuß gehört. . ."

169--Eigenh. Brief m. U. Wien d. 11. Juny (18)53. 32/3 S. Gr.-8°, eng beschrieben.

An Robert Schumann. Dankt ihm für Übersendung von Kompositionen u. sendet ihm dagegen seine „Agnes
Bernauer", über die er sehr bedeutsame Bemerkungen macht u. die er als „fast das liebste" unter seinen Stücken
bezeichnet. Debrois von Bruyck (1828—1902) habe dazu eine Ouvertüre geschrieben. Er berichtet Schumann

Autographen-Versteigerung Nr. 63.
 
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