Leo Liepmannssohn <Berlin> [Editor]
Autographen von Musikern, Schriftstellern, Gelehrten, bildenden Künstlern, Schauspielern, historischen Persönlichkeiten und Naturforschern: Versteigerung 9. Dezember 1932 (Katalog Nr. 63) — Berlin, 1932

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ausführlich über diesen Musiker, wobei er sehr bemerkenswerte Bemerkungen der Lebensweisheit einfügt; Debrois
habe es schwer sich durchzusetzen. „Ihr Wort über seine neuen Sachen, dem er mit ängstlicher Spannung entgegen
sieht, wird nun als letztes . . . Gewicht in die Waagschaale fallen".

Es folgen sehr freundliche Worte über Schumanns Komposition seines eigenen Gedichtes „Schön Hedwig"
(Op. 106): Sie sei „außerordentlich schön, viel schöner als das meinige . . . Vieles hätte ich Ihnen in Bezug auf
Poesie und Musik mitzuteilen... Ohne Richard Wagners Buch [„Oper u. Drama", erschienen 1851]
im Ganzen oder im Einzelnen irgend acceptiren zu können, schwebt doch auch mir, und zwar von meinem ersten
Auftreten an, die Möglichkeit einer Verschmelzung von Oper und Drama . . . vor, und meinen Moloch, an dem ich
seit zehn Jahren arbeite, hatte ich mir immer in Bezug auf die Musik gedacht . . ."

170 Schumann (Robert). — Wagner (Richard) (1813—83). Eigenh. Brief m. U. („Richard Wagner,
Musikdir.") Magdeburg 14. Sept. (18)35. 1 S. 40, sehr eng beschrieben.

An Robert Schumann. Herrlicher, bedeutsamer u. höchstwahrscheinlich ungedruckter Brief, in dem der jugend-
liche Dirigent wahrscheinlich zum ersten Male Schumann nahetrat. Er bedauert keine Gelegenheit gefunden zu
haben, während seines Aufenthalts in Leipzig sich Schumann genähert zu haben.... „Ich liebe Sie u. Ihre
Freunde, u. dieß ist keinesweges fade Schmeichelei, sondern es ist die offene Losung, mit der ich mich Ihnen
nähere . . ." In hochbedeutenden Ausführungen spricht W. seine Ansicht aus, daß sie in einem Zeitalter der poli-
tischen, wissenschaftlichen u. künstlerischen Reform leben . . . „an der Jugend ist es, diesen Zug der Zeit energisch
begreifen zu lernen . . ." In kühnen Worten verkündet er, die Jugend müsse rücksichtslos gegen „die alte Lüge
zu Felde ziehen" . . . „Und wir brauchen zu diesem Kampfe keine Autoritäten, denn wir wollen von den Filistern
nicht anerkannt . . . werden . . ." „Sie haben in Ihrer musikalischen Zeitung einen schönen Kampfplatz für uns
eröffnet, u. mich gelüstet es, auf ihm meine Kräfte zu versuchen . . . Ich biete mich Ihnen an mit Herz u. Seele;
machen Sie den Gebrauch von mir, zu dem ich tauge. . ." Wagner veröffentlichte bekanntlich i. J. 1850 seine
Abhandlung „das Judentum in der Musik" in Schumann's Neuer Zeitschr. f. Musik.

Leider sollte die von W. hier so enthusiastisch angetragene Freundschaft im Laufe der Zeit zwischen den beiden
Meistern keinen Bestand haben.

171 Silcher (Philipp Friedrich), der Volksliederkomponist (1789—1860). Eigh. Brief m. U. Tübingen,
14. IX. 1851. 1% Seiten. 8 vo. Mit Adresse.

An Schletterer in Zweibrücken, dem er den Pyrenäen-Gesang sendet. Er bedauert, daß es ihm „in dem Heil-
bronner Getriebe nicht vergönnt war, auch länger Ihren Umgang zu geniessen. Viele alte Bekannte u. Freunde,
die ich seit 20—25 Jahren nicht mehr gesehen hatte, konnte ich oft nur flüchtig grüßen". Selten.

172 Skandinavische Musiker. Sammlung von etwa 30 eigenh. Musikmanuskripten moderner skandina-
vischer Musiker. Verschiedene Formate.

Hübsche Sammlung, teilweise besonders geschriebene Albumblätter, hervorragender nordischer Kom-
ponisten.

Allin (Arthur). Eig. Musikstück m. Namen am Kopf. Symfoni No. 2. Anfang d. Partitur. 1 S. Qu.-fol. —
Bangert (Emilius). Eig. Musikfragment. „Partiturside af Symfoni i C-dur". 1 S. Fol. — Barnekow (Christian).
Eig. Billet m. U. n. 9. 96. 1 S. 8°. — Bechgaard (Jul.). Eig. Musikmanuskr. m. U. „Somandsliv". 1 S. 40. —
Berggreen (Andreas Peter). Eig. Billet m. U. 10. Mai 1876. % S. 8 °. — Bondesen (Jörgen Ditleff). Eig. Musik-
stück m. Namen. 1 S. Fol. — Carlsen (Camillo). Eig. Musikmanuskr. m. U. aus Streichquintett Op. 33. Partitur.
1 S. Qu.-fol. — Debois (C. H). Eig. Musikmanuskr. m. Namen. „Stille". 1 S. Qu.-8°. — Emborg (J. L.). Eig.
Musikfragment m. U. „Partiturside af 'Agnete og Harmande' ". 1 S. Kl.-Qu.-Fol., eig. Br. m. U. 4. 7. 1930.
1 S. 40 u. Photographie m. eig. U. — Enna (August). Eig. Musikmanuskr. m. Namen. „Komedianter". 1 S. Fol. —
Grans (Peter). Eig. Musikstück m. Namen. „Introduktion og Fuge", 1 S. Fol. — Hamerik (Asger). Eig. Musik-
stück m. Namen. „Menuet af Operaen .Tovehille' ". 1 S. Qu.-8°. — Heisted (Gustav). Eig. Musikmanuskr. m. N.
„Silkesko Over gylden Zast". 1 S. Qu.-8°. — Juel (Asger). Eig. Musikmanuskr. 1 S. Kl.-Fol. — Langgaard (Rud.).
Eig. Musikmanuskr. 1 S. aus Partitur „Symfoni Nr. 5" u. eig. Br. m. U. 24. Maj. 30. a/3 S. 40. — Madsen-Stens-
gaard (M. H.). Eig. Musikstück m. Namen. 1 S. Qu.-8°. — Madsen-Stensgaard (N. K.). Eig. Musikstück m. N.
1 S. Qu.-8°. — Matthison-Hansen (Gottfred). Eig. Musikstück m. N. 1 S. Qu.-8°. — Miskow (Sextus). Eig. Musik-
stück m. N. „Majsang". 1 S. Fol. — Moeberg (Georg). Eig. Musikst. m. N. Partitur. 1 S. Fol. — Neergaard
(J. B.). Eig. Musikst. m. U. Partitur. 2 S. Fol. — Nielsen (Ludolf). Eig. Musikmanuskr. m. U. 1 S. Gr.-8°. —
Nutzhorn (H). Eig. Musikstück m. N. „Fugelsang i Vaar". 1 S. 40. — Prehn (G). Eig. Musikmanuskr. m. N.
,,Vise". (Op. 8.) 1 S. Fol. — Ravnkilde (N.). Eig. Musikst. m. U. Rom 23 Martz 1854. 1 S. 8°. — Riis-Magnussen
(Ad.). Eig. Musikmanuskr. m. N. „Ved Nyingen". Op. 1. No. 5. 1 S. Fol. — Rosenberg (Vilhelm). Eig. Musik-
manuskr. 1 S. Fol., eig. Postkarte m. U. 15. 2. 93. — Rosenfeldt (Leop.). Eig. Brief m. U. 27. 2. 2 S. 8°. —
Svendsen (Anton). Eig. Brief m. U. 28. April 1875. 1 S. Qu.-8°.

173 Spohr (Louis), Geiger u. Komponist (1784—1859). Eig. Brief m. U. Cassel, 6. Jan. 1830. 2 S.
Gr.-4°. M. Adresse u. Siegel.

An Dav. Wilh. Götze in Poessneck über dessen Sohn (Franz G, Geiger, 1814—1888), seinen Schüler. Er
„zeigt recht viel Naturanlage für Musik u. wird bei fortgesetztem Fleiss gewiss ein tüchtiger Geiger werden". —
An den Faltstellen ohne Textverlust etwas eingerissen.

174 — Eig. Brief m. U. Cassel 17. Febr. 1832. 5 S. 40.

Schöner Brief an „Hochgeehrter Herr und Freund", den Verleger seiner Violinschule, Haslinger in Wien.
Für seine vornehme, zurückhaltende Art charakteristisch, die sich gegen übertriebene Reklame richtet: „Was . . .
die Ankündigung betrifft, so scheint sie mir . . . doch etwas stark... obgleich ich sie nicht zu verantworten

Leo Liepmannssohn. Antiquariat. Berlin SW. 11. Bernburger Str. 14.
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