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Limesblatt: Mitteilungen der Streckenkommissare bei der Reichslimeskommission — 1903

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LIMESBLATT.

Mitteilungen der Streckenkommissare bei der Reichslimeskommission.

Kracheiut jährlich iu 5—6 Nrn. zum Preise von 3 Mark.
Jat. LilllZ. Verlagsbuchhandlung und Buchdruckerei in Trier.

Nr. 35. Ausgegeben am 27. Mai Ulli:].

Karl Zangemeister und Felix Hettner.

Seit dem Erscheinen der letzten Nummer des Limesblattes hat unsere
Arbeitsgenossenschaft zwei schmerzliche Verluste erlitten. Am 8. Juni 1902
starb der Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses der Reichs-Limes-
Kommission Geh. Hofrat, Professor Dr. Karl Zangemeister, und am 12. Oktober
der archäologische Dirigent Museumsdirektor, Professor Dr. Felix Hettner.

Beide Männer waren auf dem Gebiet, auf dem der Limeskommission im
Jahre 1892 ihr besonderes Arbeitsfeld angewiesen wurde, seit langem als Meister
der Forschung bekannt und bewährt. Ihr Eintreten sicherte der Kommission
von vornherein den Erfolg. Mit der wissenschaftlichen Förderung des Ganzen
übernahm Zangemeister die geschäftliche Leitung des Unternehmens und hat
Beides mit unermüdlichem Eifer und mit uneigennütziger Hingabe bis zu seinem
Tode durchgeführt. Hettner aber verband mit der Organisation der Arbeit im
Gelände die Vermittelung des lebendigen Austauschest der Beobachtungen und
Erfahrungen und hat nicht allein den festen Grund zur wissenschaftlichen Be-
arbeitung der Ergebnisse gelegt, sondern einen grossen Teil davon auch selbst
zum Abschluss gebracht.

Zangemeister und Hettner haben im besten Sinne belehrend und anregend
auf alle Mitarbeiter gewirkt und in weiten Kreisen das Interesse für die Sache
der heimischen Altertumsforschung geweckt. Und wenn in deren Gesamtbetrieb
mit der Thätigkeit der Limeskommission, wie wir hoffen, eine neue Epoche ein-
geleitet worden ist, so wird man sie gern zu den Führern zählen, die uns die
neuen Bahnen gewiesen haben.

Ein besonderes Verdienst hat Hettner sich durch die Herausgabe dieser
Zeitschrift erworben. Da ihr Zweck erfüllt war, wollte er das Erseheinen ein-
stellen. Das vorliegende, noch von ihm selbst vorbereitete Heft sollte den
Abschluss bilden.

Wir aber müssen es jetzt mit dem Zeichen der Trauer hinausgehen lassen
und können nur noch das letzte Blatt in dem Tagebuch unserer gemeinsamen
Arbeit benutzen, um Zeugnis von unserer Verehrung und Dankbarkeit für die
beiden Männer abzulegen, die von Anbeginn an der Spitze unseres Unternehmens
gestanden haben.
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