Deutschland <Deutsches Reich> / Reichs-Limeskommission [Editor]
Limesblatt: Mitteilungen der Streckenkommissare bei der Reichslimeskommission — 1903

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Limesblatt.

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der Nähe des von Oberhofen gegen
Hinter-Espig ziehenden Hohlwegs, wo frei-
lich unsere wieder durch den Feldbau be-
hinderte Grabung ebenfalls noch keinen
sicheren Nachweis erbringen konnte. Ge-
sichert erscheint dagegen wieder

Wachtposten 12 am Spitzweg, in
einem Kleeacker etliche Meter nördlich
des Feldwegs von Harsberg nach Hinter-
Espig, während die hoch am steilen Nord-
westhang des Eichbühls (östlich der Flur
„Maurer") im Weinberg zu vermutende
Station nicht untersucht werden konnte.

Wachtposten 14 im Heerhag (Hühner-
häu). Dort waren in einem der Gemeinde
gehörigen Stück Ödland unmittelbar nörd-
lich des von den letzten Häusern Hars-
bergs heraufziehenden Feldwegs in der
Limeslinie von Schmied Feucht in Hars-
berg beim Roden tief in der Erde zwei
Steinkugeln von 35 cm Durchmesser und
mehrere kleine Hufeisen gefunden worden.
Vielleicht berechtigt dies zusammen mit
unseren Funden von Kohle, Nägeln, zu-
gehauenem Sandstein, Ziegelstückchen zur
Annahme eines Turmes an dieser Stelle,
wenn auch bei dem vergeblichen Versuch,
in dem gründlich durchwühlten Boden ein
Grabenprofil auszuheben, Scherbenfrag-

mente nicht zu entdecken waren. Aller-
dings scheint der Platz für ein Wachthaus
nicht gerade günstig. Erst weiter oben
im Wald gewinnt man einen Ausblick über
den vorliegenden Bühl nach der Gentil-
seite, so dass der sicher einst vorhandene
letzte Posten vor dem prächtigen sechs-
eckigen Turm am Nordrande der Becke-
mer Ebene vielleicht auch höher am Ab-
hang gestanden sein könnte.

Der Zug des Limes war auch auf
der Strecke Uhringen • Gleichen schnurge-
rade, Graben und Gräbchen wurden überall
vorgefunden, eine Unterbrechung derselben
konnte nirgends nachgewiesen werden. Wie
am Kärrcherweg beim Pfahldöbel, fand
sich auch an der „Alten Strasse" und dem
Eckardtsweiler Weg der Wallgraben in
seiner ganzen Tiefe noch so nahe am
Strassenrande, dass er zweifellos quer
durchgeschnitten haben muss. Von einer
Überbrückung erhielt sich vielleicht noch
eine Spur auf der Flur Binsig bei Ober-
massholderbach, wo in der östlichen Gra-
benbüschung der Rest eines spitzen in den
gewachseneu Roden gerammten Pfahls ge-
funden wurde.

Freiburg i. Br., April 1903.

Leonhard.

Register zu Nr. 1-35 des Limesblattes.

Von Prof. Dr. P. Hintzeli

I. Verzeichnis der Mitarbeiter.

Die Zittern bezeichnen die Spalten. K. bedeutet Kastell, Zk. Zwischcnkastell, L. Limes.

Anthes 442 (Palissaden auf d. Odenwald-
linie), 443 (Inschrift von der Odenwald-
linie), 464, 698, 738 (Odenwaldlinie),
617 (L. Kapersburg-Arnsburg), 700 (L.
in Oberhessen), 738 (Steinernes Haus),
848 (K. Gross-Gerau).

Bodewig 537 (K. Marienfels und K. Hun-
zel), 681 (MeierhofBogel), 684 (K Marien-
fels), 834 (K. Heddesdorf).

Conrady 33 (Zk. und L. bei Walldürn),
111 und 137 (K. Wörth), 145 und 172
(Zk. Haselburg und L. von Reicharts-
hauseu bis Neusäss), 289 (K. Miltenberg),
334 und 538 (Strasse hei Miltenberg,
sowie Strasse und L. bei Wensehdorf),

336, 382 (Grenzmarkierung bei Milten-
berg), 457 (Bad bei K. Sto< kstadt), 588
(Schanze bei Gerichtstetten), 649 (K.
Alteburg bei Walldürn), 658 (Badege-
bäude und Inschrift von Walldürn),
866 (Inschrift in Eisenbach), 869 (In-
schrift in Frankfurt).

Dahm 313, 322 (L. von Höhr südlich),
316 (Zk. am Ferbach), 317 (Zk. Hill-
scheid), 425 (K. Arzbach-Angst).

Eidam 60 (K. Gnotzheim), 61, 122, 126,
388 (L. bei Günzenhausen), 399 (Strasse
hinter dem Limes bei Günzenhausen),
421 (K. Theilenhofen), 557 (Limes-Über-
führung über die Altmühl-Niederung bei
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