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Meder, Joseph; Dürer, Albrecht [Ill.]
Dürer-Katalog: ein Handbuch über Albrecht Dürers Stiche, Radierungen, Holzschnitte, deren Zustände, Ausgaben und Wasserzeichen — Wien, 1932

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https://doi.org/10.11588/diglit.25797#0213
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186

Beschreibender Katalog

21 !> DIE SCHUTZHEILIGEN VON ÖSTERREICH. Ohne Monogramm, MDXV.

B. 116/II H. 1880 R.219 P. 164, 116 Ha., S.74 D.I, 310, 129, 129% 129b W. Schmidt,

Rp. f. Kw. XVII, 39: Springinklee Fr. 106 Röttinger, Dürers Doppelgänger, S. 5 Dodgson, Mitt. d. graph. K.,
Wien 1931, S.29 K.293 W.337.

1. Zustand {Abb. 1 j^f). Mit den sechs Heiligen: Quirinus, Maximilian, Florian, Severinus, Kolo-
man, Leopold. Selten. B. kennt nur den zweiten Zustand. Auf der unten angefügten
Tafel die Namen der Heiligen. Die 46 lateinischen Verse scheinen immer abgeschnitten
worden zu sein.

*— a Unikum, London. Dasselbe, von C. Dodgson 1930 aufgefunden und erworben,
dessen Freundlichkeit ich die Beschreibung und Abbildung verdanke, repräsentiert den
unversehrten ursprünglichen ersten Zustand:

Unter der Holzschnittafel der sechs Heiligen: AD SANCTOS AVSTRIAE
PATRONOS IOANN STABII AV. PRECATIO, darunter die 46Verse des Stabius
in zwei Kolonnen, beginnend: „Aetherei proceres placido quos numine
fentit \ ...“; endigend : „Sofpite nanq$ illo: funt nobis omnia falua.“

Zwischen den Kolonnen:. M.D.X.V. Schließlich die Widmung in zwei
Zeilen: Andreas Stiborio philofopho & Theologo Cathedralis ecclefias
Viennenfis Canonico & \ Paftori in Stokharau: eorundem fanctorü
Patronorum facerdoti deuotiff. D.1

Druck klar und scharf. Nimben und äußerste Randleiste un-
verletzt. Sonst zwei Wurmlöcher 1. unten (Quirinus). 36'9X30cm.

Wz. 20 b Hohe Krone (verkleinerte Abbildung nebenan und Verzeichnis
der Wasserzeichen unter Nr. 20 b).

— b Ebenso, doch ohne Verse und Widmung. Ganzrandig, klar und rein,
unverletzte Nimben. Gotha, Koburg, Wünsch; Wien, Albertina.

Wz. 20 b Hohe Krone.

2. Zustand mit acht Heiligen. Erweiterung des Stockes vom Jahre 1517 mit den Heiligen Poppo
und Otto 2 und dem häufig abgeschnittenen Text „Ad sanctos Austriae Patronos\Ioanni
Stabii AV. Precatio“ (Majuskel). Das lateinische Gedicht von Stabius in drei Kolonnen
zu zweimal 16 und einmal 14 Zeilen (P. und Retberg sprechen von 40 Zeilen). Zum
Schlüsse: M-DXVII. Selten in unversehrtem Zustand.

— a Mit der Jahrzahl MDXVII, Sammlung Baron Rothschild, Paris.

— b Ohne Jahrzahl, fürstliche Sammlung Waldburg-Wolfegg, Waldsee.3

— c Severin mit einer Lücke im Nimbus. Die 46 Verszeilen unterhalb der Zeile AD

SANCTOS AVSTRIAE abgeschnitten, Basel.

— d Gut und gleichmäßig, ohne Text. Nimbenlücken bei Severin, Leopold und in der

Lanzenspitze und Fahne (zwei Lücken) des Florian. Wz. 208 Kleines Nürnberger
Wappen.

1 Andreas Stiborius (Andreas Stöberl) war Magister artium (für Mathematik und Astronomie), seit 1507
Kanonikus von St. Stephan, besaß die Pfarre von Stockerau, dem Orte des Martyriums des hl. Koloman, und die
Kanonikate von Passau und Olmütz. t 3- September 15 ij (Tschokke, Gesch. d. Metropolitan-Kapitels zu St. Stephan in
Wien, S. 387 und 302). Nach freundlicher Mitteilung des Monsignore Prof. Ernst Tomec.

2 Stock im 2. Zustand in Berlin. Oberrand ganz, Unterrand teilweise angesetzt. Mit Wurmlöchern.

3 Nach freundlicher Mitteilung von C. Dodgson.
 
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