Deutsches Archäologisches Institut [Editor]
Das Kuppelgrab bei Menidi — Athen, 1880

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Die hochalterthümliche Grabanlage, über deren Ausräumung im Folgenden berichtet
wird, wurde dem Institut zuerst im Herbst 1878 durch Herrn Körte bekannt, derauf einem
Ausfluge, weichen er mit andern Mitgliedern des Institutes machte, auf dieselbe aufmerk-
sam geworden war. Wie sich spater herausstellte, war das Königlich griechische Ephorat
der Alterthümer seit längerer Zeit von der Existenz des Grabes unterrichtet. Schon damals
wurde von Seiten des Institutes der Plan einer Ausgrabung gefasst. Verschiedene Umstände
verzögerten die Ausführung. Im Frühjahr 1879 wurde durch die Vermiüelung des Kaiser-
lichen Gesandten Herrn VON RADOWITZ, dessen tbatkräftige Theilnahme an den Interes-
sen des Institutes und der Wissenschaft sich auch bei dieser Gelegenheit bewährte, von der
Königlich griechischen Regierung die Erlaubniss zur Ausgrabung erwirkt. Die archäologische
Gesellschaft in Athen, welche gleichfalls die Ausgrabung in Aussicht genommen hatte, gab
diesen Plan zu Gunsten des Institutes auf und wandte ihre erfolgreiche Thätigkeit anderen
nicht minder dringlichen Aufgaben zu. Die griechische Regierung übernahm es, den Grund-
besitzer zu entschädigen und für die Erhaltung des Grabes Sorge zu tragen. Am 30. April
konnten die Arbeiten beginnen.

Die Leitung der Ausgrabungen wurde vom Institute Herrn LOLLING übertragen. Als
Commissar der Königlich griechischen Regierung fungirte der Ephoros der Alterthümer Herr
STAMATAKIS. Die Wahl hätte nicht glücklicher fallen können. Die reiche Erfahrung und
der selbstlose Eifer jenes ausgezeichneten Beamten machten seine Mitwirkung ebenso er-
spriesslich wie angenehm.

Auch für die Publication der Ausgrabungsresultate gestalteten sich die Verhältnisse
günstig. Herr Regierungsbaumeister BOHN aus Berlin, welcher im Winter 18 77/.,s als
technischer Commissar die Ausgrabungen in Olympia leitete, liess sich mit gewohnter Ge-
fälligkeit bereit finden das Grab aufzunehmen, während Herr Maler GILLIERON aus
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