Universitätsbibliothek Heidelberg [Editor]; Miller, Matthias [Oth.]; Zimmermann, Karin [Oth.]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 304 - 495) — Wiesbaden, 2007

Page: 476
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Cod. Pal. germ. 452

und erl. von Rainer Nickel, München (u.a.) 1994, S. 200-245. Zu den möglichen lat. Vor-
lagen Johann Gottfrieds vgl. Drücke, s. Lit., S. 61. Text auch in Berlin SBB-PK Ms. germ.
quart 1477, 13 V—23 v (Kat. Berlin, SBB-PK 2, S. 242). Zum Übersetzer s.o. Nr. 1.

6. 182 r—231 v LEONARDO BRUNI, ISAGOGICON MORALIS DISCIPLINvE (in der
dt. Übersetzung des Johann Gottfried). >Furrede Leonhardi Aretini zu das [!] Buchlin
Arestotelis von den Sytten<. SO vnns solich groß hegirde vnnd flyß wer ordenlich vnnd
wol zu lehen ... 23l v das wir gut sin vnd stetiglichen vns vhen In dogenden. >Ein end hait
das Buchlin Arestotilis von den Sytten zu Edemio durch Leonhardium Aretium vß kriech-
ßer spracht [!] zu Latin hracht etc.<. Text: Drücke, s. Lit., S. 390-427. Text auch in Berlin
SBB-PK Ms. germ. quart 1477, 75'-85 v (Kat. Berlin, SBB-PK 2, S. 242). Zum Übersetzer
s.o. Nr. 1. Zur irrigen Zuweisung an Aristoteles vgl. Worstbrock, Zur Einbürgerung,
s.o. Nr. 1, S. 62 Anm. 69. - 193a* r/v, 232 ;;- r-236 ::' v leer.

MM

Cod. Pal. germ. 452

Marsilio Ficino: De triplici vita, dt.

Pergament • 1 (Pap.) + 38 + 1 (Pap.) Bll. • 21,4 x 16,2 • Kurpfalz (Heidelberg?) • Anfang 16. Jh.

Lagen: I 1’ (mit Spiegel) + (IV-1) 7 + IV 15 + (IV-1) 22 + 2 IV 38’ + I 39’ (mit Spiegel). Bll. 1*, 39* Papier. Foliierung des
17. Jhs.: 1-2 [Tinte], 3-35 [Metallstift], Bll. 1*, 36*—39* mit moderner Zählung. Wz.: Krone mit zweikonturigem
Bügel mit Stern über Kreuz mit Beizeichen (Bl. 1*; identisch jeweils im Vorsatz von Cod. Pal. germ. 247, 353,
356, 367, 408), nicht nachweisbar; Krone mit anhängendem Beizeichen (Bl. 39*), vergleichbar Briquet 4.772.
Schriftraum (rundum mit Tinte bzw. blind geritzt begrenzt; am Rand Einstichlöcher): 14,4-15,5 x 9,7; 26-31
Zeilen. Deutsche Kursive, zum Teil noch mit Elementen der Bastarda, des frühen 16. Jhs. von einer Hand.
Ausgeprägte Elefantenrüssel in der obersten und untersten Zeile der Seite, oben iiberwiegend beschnitten. Über-
schriften in Auszeichnungsschrift. Raum fiir Initialen iiber zwei Zeilen. Brauner Kalbledereinband über Holz
auf drei Doppelbünden mit blinden Rollenstempeln sowie Platten- und Einzelstempeln in Gold von Jörg Bern-
hardt (?) für Kurfürst Ottheinrich von der Pfalz. Vorderseite in Gold Platte mit Bildnis Kurfürst Ottheinrichs in
Kartusche, oben O.H. [Ottheinrich], unten P.C. [Pfalzgraf Churfürst]; Jahreszahl: 1558; Rückseite in Gold
Wappen der Pfalz in Kartusche (Haebler 2, S. 71 Nr. V, VII, Nr. 3, 2/6, 7 [vorne], Nr. 2/6, 3, 7, hinten auch
Nr. 5). Farbschnitt (gelb). Blau-weiß-rotes Kapital. Geprägte Messingbeschläge, zwei Riemenschließen (beweg-
liche Teile modern). Restaurierung 1962 (Hans Heiland/Stuttgart), dabei zwei papierne Rückenschilder abgelöst
und separat aufbewahrt (jetzt Cod. Pal. germ. I): 1380/ Marsilii/ Ficini! Floren-/ tini; 452/ Marsily/ Ficini/ in/
[secundo] libro de/ [re]cte uiuen[di] (vgl. Vatikan BAV Cod. Vat. lat. 13220, 22 r).

Herkunft: Benesch, s. Lit., S. 166-168, vermutet als Auftraggeber für die Übersetzung und die Herstellung der
Hs. Kurfürst Philipp den Aufrichtigen von der Pfalz (f 1508). Lokalisierung nach der Schreibsprache. Später Hs.
der älteren Schloßbibliothek aus dem Besitz Kurfürst Ottheinrichs von der Pfalz (zum Einband s.o.), verzeich-
net bei der Katalogisierung 1556/59: Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1943, 59 v [Medici M In quarto]: Marsilii Ficini
Item das Buch von dem Langwirigen Leben ad Philippum Valorem auf Perment geschrieben 3t4-2 5.31. Danach bei
der Katalogisierung 1581 im Inventar der Heiliggeistbibliothek verzeichnet: Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1939,
129 r [Medici]: Marsilius Ficinus von langwirigem leben geschrieben perment in 4, bretter rott leder bucklen
(gleichlautend Cod. Pal. lat. 1938, 117 r). Vorderdeckel Capsanummer: C. N; alte römische Signatur: 1313. Auf
abgelöstem Rückenschild, s.o., alte römische Signatur: 1380.

Schreibsprache: südrheinfränkisch mit wenigen spezifisch bairischen Schreibeigentümlichkeiten.

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