Kalning, Pamela ; Miller, Matthias ; Zimmermann, Karin ; Universitätsbibliothek Heidelberg [Editor]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 496 - 670): bearb. von Pamela Kalning, Matthias Miller und Karin Zimmermann ... — Wiesbaden, 2014

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Geleitwort

Den 848 Codices Palatini germanici kommt unter den historischen Sammlungen der
Universitätsbibliothek Heidelberg der höchste Rang zu. Ihre Spitzenstücke wie der
Codex Manesse oder der Heidelberger Sachsenspiegel sind einzigartige, weltweit be-
kannte Zeugen des europäischen Mittelalters. Mit entsprechendem Nachdruck betreibt
die Bibliothek die Erschließung dieser Schätze. Der hier vorgelegte vierte Band umfasst
die Signaturen Cod. Pal. germ. 496-670, also die wissenschaftliche Beschreibung von 175
Handschriften. Weit fortgeschntten lst inzwischen auch die Katalogisierung des letzten
Fünftels der Sammlung, so dass der Projektabschluss quasi in Sichtweite ist. Der traditio-
nellen Katalogisierung ist längst die Digitalisierung zur Seite getreten: Seit 2009 stehen alle
848 Palatini germanici für Recherchen im Internet zur Verfügung (vgl. http://codpal-
germ.uni-hd.de). Die rund 6.500 Illustrationen aus den Handschriften sind außerdem in
unserer Bilddatenbank HeidlCON ikonographisch erschlossen (vgl. http://heid-
icon.ub.uni-heidelberg.de/pool/palatina).

Diese Schritte sind jedoch nur Teil eines in den letzten Jahren gewachsenen, wesentlich
umfassenderen Unternehmens, dessen Ziel die virtuelle Zusammenführung der gesamten
ehemaligen Bibliotheca Palatina ist. Bekanntlich befindet sich der größere Teil der Pala-
tina seit 1623 in der Biblioteca Apostolica Vaticana. Dabei handelt es sich um 2.030 latei-
nische, 431 griechische, 432 hebräische und weitere orientalische Handschriften sowie ca.
13.000 gedruckte Titel. Seit Anfang 2011 betreibt die Universitätsbibliothek Heidelberg
auf der Basis emer vertraglichen Vereinbarung mit der Biblioteca Vaticana vor Ort in
Rom ein eigenes Digitalisierungsstudio. Auf diesem Weg sollen die vatikanischen Be-
stände der Palatina in einer virtuellen Bibliothek mit dem Heidelberger Teil vereinigt
werden.

Nucleus dieses Projektes war zunächst die virtuelle Rekonstruktion der mittelalterlichen
Bibliothek von Kloster Lorsch, die in ihrer Blütezeit im 9. Jahrhundert einer der geistigen
Zentren des Karolingerreiches gewesen ist. Unter den weltweit 70 Bibliotheken, die heute
die über 309 erhaltenen Lorscher Codices beherbergen, war die Biblioteca Vaticana mit
allein über 130 Handschriften die wichtigste. Dorthin waren die Lorscher Bücher über die
Zwischenstation der Heidelberger Bibliotheca Palatina gelangt, die Mitte des 16. Jahrhun-
derts diesen Teil der Lorscher Bibliothek aufgenommen hatte (vgl. http://www.biblio-
theca-laureshamensis-digital.de/de/virtuelle_bibliothek.html). Uber diese Anfänge ist
unsere Digitalisierung in Rom weit hinausgewachsen. Inzwischen sind bereits iiber 800
Codices Palatini latini online. Jede Woche kommen 5-10 weitere Handschriften hinzu.

Die Publikation dieses Katalogbandes ist eine wichtige Zwischenstation, die Gelegenheit
bietet, vor allem den Förderern dieses Projektes zu danken. An erster Stelle zu nennen ist
die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die seit dem Jahr 2001 eine Wissenschaftlerstelle
für die Katalogisierung finanziert. Ohne den segensreichen Beitrag der Forschungsge-
meinschaft wäre ein solches Unternehmen heute kaum mehr zu realisieren. Die Verede-
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