Kalning, Pamela; Miller, Matthias; Zimmermann, Karin; Universitätsbibliothek Heidelberg [Editor]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 496 - 670): bearb. von Pamela Kalning, Matthias Miller und Karin Zimmermann ... — Wiesbaden, 2014

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Cod. Pal. germ. 574

Herkunft: Datierung aufgrund des Wasserzeichenbefundes und der Urkunde, die als Kopert verwendet wurde.
Die Urkunde ist nicht vor 1508 ausgestellt, da erst in diesem Jahr Sixt von Hausen Vogt zu Heiligenberg wurde.
Lokalisierung aufgrund der Schreibsprache und der Herkunft der Urkunde, s. Fragmente. 109 v Besitzeintrag,
Mitte 16. Jh.: Item dis buch ist des Maller Stoffels. Von seiner Hand 110 r auch datierte Sprichwörter: Item ein
baura sauw hat ein krums maul 1556, Dry ist ein werter gast wem sy wyrt der hebt sy fast 1556 und Wer recht
dut das endt wirt gutt. 119 v, 120 v Einträge und Federproben einer weiteren Hand des 16. Jhs.: Item Hans Schmid
sol wie und Diligo pülmentum non est lesio dentum. Bestandteil der jüngeren Schlossbibliothek in Heidelberg,
vgl. Capsanummer C. 153, die Bartsch, s. Lit., auf dem alten Kopert noch liest.

Schreibsprache: ostschwäbisch mit niederalemannischen Formen.

Literatur: Bartsch, Nr. 281; Wilken, S. 509; Gundolf Keil, Das Arzneibuch Ortolfs von Baierland. Sein
Umfang und sein Einfluss auf die ‘Cirurgia magistri Petri de Ulma’, in: Sudhoffs Archiv 43 (1959), S. 20-60, bes.
S. 33 Nr. IV; Follan, S. 20 Nr. 7; Kurschat-Fellinger, S. 18 (Sigle H3); Hs. verzeichnet im ‘Handschrif-
tencensus’; Digitalisat: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg574.

l r-99 v ORTOLF VON BAIERLAND, ARZNEIBUCH. >Diß ist mayster Ortolff
gedicht von der aercznj<. [D]£V ewig got sprichet Salomo In der prophecy haut er aerczny
geschaffen durch Ir edlikait ... 99 v >Die papel salb<. ... vnd der leber vnd ouch allen
siechtagen etc. Text: Follan, S. 80-175 Kap. 1-116, 118-127, 130-133, 140-147, 149f,
155-157, 159, 165, 167. Die Kapitel sind zum Teil am Ende erweitert (Kap. 42, 68, 73)
oder verkiirzt (Kap. 81, 110, 121, 125, 131), von Kap. 116 fehlt über die Hälfte des Textes.
Zu den Kürzungen vgl. auch Keil, s. Lit, S. 33 (zum Teil nicht korrekt) und S. 42-50. Zu
Autor und Text vgl. ders, in: VL 2 7 (1989), Sp. 67-82. Text in einigermaßen vollständiger
Version u.a. auch in Cod. Pal. germ. 213, 11 r—45 r, 47 r/v, 558, 33 v-98 r und Cod. Pal. germ.
700, l'-67 v.

99 v—120 v ‘KORPUS DER KLOSTERMEDIZIN’. Das ‘Korpus der Klostermedizin’ ist
eine mehr oder weniger feststehende Abfolge von Texten oder Textarten, die sich in
dieser Form in mehreren Hss. des Spätmittelalters überliefert hat, vgl. dazu Wolfgang
Hirth, in: VL 2 5 (1985), Sp. 321-325, zur Parallelüberlieferung ebd, Sp. 321f. (Hs.
erwähnt, Nr. 2).

(1. 99 v-104 r) Ps.-Aristoteles, Secreta secretorum (Auszüge). (99 v-102 r) 'Epistola Aristote-
lis ad Alexandrum de dieta conservanda’, dt. >Diß Ist daß tuegenbüch Aristotilis<.
[Prolog:] Diß Ist die bottschaff [!] die Aristotiles sant Alexandro dem huesten king wie er
sin lib maecht behalten ... 100 r [Text:] Alexander seit der menschlich lib zerbrechlich Ist...
Aber Alexander wen du staust von dem schlauff So muest du dich ergeng vnd dine glider
arbaitten ... 102 r Aber nimpt er die kost mit lust so wermd er die naturliche hicze. (102‘-
104 r) cVon den vier Zeiten des Jahres’. >Von den iiij zitten deß Jars<. Alexander sprichet
du solt dich huetten mit flüsß vor den iiij zitten deß Jars die man also vindet von mitten
marzen vncz zue mitten brachmonet ... 102 v >Die sumerzit<. ... 103 1 >Darnach der
herbst<. ... >Der wintter<. ... 103 v deß geschicht von der 104 r druckung In dem lib die
überwindet vnd zestert die natur etc. Text (nach Leipzig UB Ms. 1244): Johannes
Brinkmann, Die apokryphen Gesundheitsregeln des Aristoteles für Alexander den
Großen in der Übersetzung des Johann von Toledo, Diss, Leipzig 1914, S. 47-53; (nach
München BSB Clm 17188, 97 ra-99 va): Wolfgang Hirth, Studien zu den Gesundheitslehren
des sogenannten ‘Secretum secretorum’. Unter besonderer Berücksichtigung der Prosa-
überlieferungen, Diss, Heidelberg 1969, S. 179—186 (Hs. erwähnt S. 176, Sigle P);

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