Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 3): Schenkungsurkunden Nr. 819 - 1999, Wormsgau — Lorsch, 1970

Page: 13
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/minst1970bd3/0019
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
13

VORWORT

Die in der Schreibstube der Reichsabtei Lorsch in einem Kodex zusammen-
getragenen Besitzschenkungen geben einen selten tiefen Einblick in das Leben
unserer Vorfahren zur Karolingerzeit.

Wer die spröde frühmittelalterliche Urkundensprache zu lesen vermag, entdeckt
in diesem Kodex wertvolle Hinweise auf die Sozialgeschichte dieses Raumes. Daß
die Region zwischen Rhein, Nahe und Donnersberg schon in jener Zeit Durchgangs-
land war, beweisen die vielfältigen politischen Verbindungen, die von Lothringen
über den Mittelrhein bis Nordhessen, Ostfranken und Schwaben reichen.

Den heute im bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrten Codex
Laureshamensis hat uns zwischen 1929 und 1936 Karl Glöckner in einer vorbild-
lichen Edition vorgelegt, die 1963 von der Hessischen Historischen Kommission
Darmstadt als Neuausgabe herausgebracht wurde. Die jetzt vorgelegte deutsche
Übersetzung der Urkunden erleichtert vor allem jenen Lesern, die des Lateins der
Quellensprache des Frühmittelalters nicht ausreichend mächtig sind, den Zugang
zum sozialgeschichtlichen und politischen Verständnis der Karolingerzeit.

Ich hoffe, daß die in diesem 3. Band der Übersetzung des Lorscher Codex ver-
einigten Urkunden über den Klosterbesitz im Wormsgau das Verständnis für die
geschichtliche Vergangenheit dieser Landschaft vertiefen, einer Landschaft, die zu
den historisch besonders bedeutsamen Teilen unseres Landes gehört und daher das
Interesse der Geschichtsforschung in hohem Maße verdient.

Dr. Bernhard Vogel

Minister für Unterricht und Kultus
des Landes Rheinland-Pfalz
loading ...