Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 3): Schenkungsurkunden Nr. 819 - 1999, Wormsgau — Lorsch, 1970

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URKUNDE 819 (in der Zeit zwischen dem 9. Oktober 770
und dem 8. Oktober 771 — Reg. 686)

Schenkung der Bloa unter König Karl und Abt Gundeland

Im 3. Regierungssjahr unseres Herrn, des Königs Karl, mache ich, die Witwe Bloa, eine
Schenkung zum Heile meiner Seele. Ich bestimme, daß meine Gabe für alle Ewigkeit gelten
soll. In frommer Gesinnung übergebe ich sie dem heiligen Märtyrer Nazarius, dessen Leib
im Oberrheingauer Kloster Lorsch ruht, und in gleicher Weise jenen Knechten Gottes,
welche bekanntlich ebendort Gott dienen und denen der ehrwürdige Herr Gundeland als
Abt vorsteht. Ich schenke in der Stadt der Wangionen, welche

Wormacia (Worms) genannt wird, eine Hof reite. Diese stößt auf der einen Seite an
die Straße, auf der anderen an das Grundstück des Lingulf und jenes der Schenkgeberin
selbst. Vom gegenwärtigen Tag an übergebe und übertrage ich diese Hofreite aus meinem
in das Eigentums- und Herrenrecht des Hl. Nazarius. Von heute an möge sie jener heiligen
Stätte jederzeit zu Nutz und Frommen gereichen. Handzeichen der Bloa, welche gebeten
hat, daß diese Schenkungsurkunde ausgestellt und gefertigt werde. Handzeichen ihres
Sohnes Hildiger. Handzeichen der (Zeugen) Hiltduwin und Lütwin. Samuel war der
Schreiber.

URKUNDE 820 (17. September 771 — Reg. 677)
Schenkung des Hildeger unter Abt Gundeland

In demselben Jahre schenke auch ich, Hiltdiger, demselben heiligen Märtyrer N(azarius)
eine Hofreite. Sie liegt in der vorgenannten Stadt

Wormacia (Worms), besitzt Haus und Hof und liegt unmittelbar neben jener Hofreite,
welche meine Mutter dem Hl. Nazarius übergeben hat. Von dieser (von der Mutter ge-
schenkten) Hof reite berühren zwei Seiten die Straße, die dritte das Gut des Lingulf. Die
andere (von mir geschenkte) Hof reite grenzt an die schon genannte Hof reite und anderer-
seits an das Besitztum des Grafen Warnher, auf der vierten Seite aber an die Straße.
Ich schenke außerdem in der Gemarkung Worms acht Joch Ackerland. Dieser Grund-
besitz stößt auf der einen Seite an die Liegenschaft des Hl. Petrus (als Patron des Hoch-
stiftes Worms), auf der anderen an das Gut der Wizzenburger (Weißenburger) Kirche,
an der dritten Seite fließt die Isena (der Eisbach — Nebenfluß des Rheines bei Worms).
Auf der vierten Seite liegt wieder Eigentum des Schenkgebers. Vom gegenwärtigen
Tag an übergebe und übertrage ich dies alles aus meinem Besitzrecht in das Eigentums-
und Herrenrecht des Hl. N(azarius), Auf Grund untenstehender Fertigung möge es
in Gottes Namen sein ewiges Besitztum bleiben. Geschehen in der Ortsgemeinde Pater-
novilla (Pfeddersheim w. Worms), in Gegenwart von Zeugen, am 17. September (771).
Handzeichen des Hiltdiger, der diese Schenkung durchgeführt hat. Handzeichen der
(Zeugen) Hiltduwin, Lütwin und Dindo. Samuel hat das geschrieben.

URKUNDE 821 (1. Januar 776 — Reg. 1249)
Schenkung der Bloa unter König Karl

Im 8. Jahre desselben Herrschers schenke auch ich, Bloa, dem Hl. Nazarius, der im
Kloster Lorsch ruht, eine weitere Hofreite, gelegen in der Stadt

Wormacia (Worms). — Alles übrige wie oben — bis: Vertragsfertigung. Geschehen
im Kloster Lorsch am 1. Januar (776).
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