Obser, Karl
Quellen zur Bau- und Kunstgeschichte des Ueberlinger Muensters: 1226 - 1620 — Karlsruhe, 1917

Page: 130
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Dis folgends llbsrsicht bietst eins nach Berufszwsigen geordnete
Ausammenstellung einheimifcher und auswärtiger, in Überlingen tätiger
Aünstler, Aunst- und Bauhandwerker aus dem hier behandelten Zeit-
raume bis zum A. f620. chie befchränkt sich nicht auf eine Wiedergabe
der in den oben mitgeteilten Regesten und Urkunden vorkommenden
Namen, sondern beruht auf dem gesamten für diefe Zeit vorliegenden,
von uns durchforschten ^uellenmaterial. Bei den vornehmeren Gewerben
— den Bildhauern, Bkalern, Goldschmieden und chteinmetzen — ift
möglichst Vollftändigkeit angestrebt; bei ihnen sind auch alle erreichbaren
wichtigeren Nachrichten, die sich über den einzelnen vorfinden, unter
^uellenangabe kurz verwertet. Bei den andern Erwerbszweigen wird nur
eine Auswahl gegeben, unter besonderer Berücksichtigung der Beziehungen
zum Nünster. Als Beiträge zur Geschichte der Aunst und des Aunst-
handwerks inr Bodenseegebiet werden diese biographischen Daten manchen
nicht unwillkommen sein.

Wie Dchäfer in seiner Uberlingcr Wirtschafts- und Finanzgeschichte
(S. 3A 63 ff.) schon zeigte, haben die Gewerbe in Äberlingen nie eine
besondere Rolle gespielt. Der Wohlstand der Dtadt beruhte auf dem
Rebbau und Aornhandel; sie bezeichnete sich gelegentlich selbst als eins
„Bau- und keine Gewerbestadt". Das bsaudwerk richtete den Nmfang
seiner jAoduktion den Durchschnittsbedürfnissen der städtischen Be-
völkerung. Darüber hinaus ging sein Dtreben selten. Unter der cherr-
schast des Aunftzwangs blieb das Gewerbeleben dauernd im engen Rahmcn
der in ihrer chiebenzahl seit f^26 bestehenden alten Aünfte.

IDir dürfen uns nicht wundern, wenn wir diese Beobachtungen
auch beiin Aunstgewerbe und Aunsthandwerke in der k^auptsache bestätigt
finden. Der Areis der Wohlhabenden mit einem Durchschnittsvermögen
von 6000 fl. rh. war ein enger und umfaßte nur ein Achtel der Bürger-
schaft,') die Aahl der wirklich Reichen, die Aünstlerarbeit zu fördern und
lohnen vermochten, war verschwindend klein. 5o boten eigentlich nur
die Dtadt mit ihren öffentlichen Gebäuden und Airchen, vor allem dem
Nünster, und der k)ausbesitz des Aohanniter- und Deutschordens sowie
der fremden jAälaten Gelegenheit zu größeren Aufträgen. Das UUinster
insbesondere noch im sö. chhdt. mit seinen zahlreichen Altarstiftungen.

Schäfer, a a. G. g; ff.
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