Prinzhorn, Hans
Bildnerei der Geisteskranken: ein Beitrag zur Psychologie und Psychopathologie der Gestaltung — Berlin, 1922

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Fall 326.

Abb. 25. Kopf (Kohle)

Tisch sitzen, dessen Platte,
wie von oben gesehen, breit
daliegt, während der Fuß im
Profil auf dem unteren Bild-
rand als Boden zu stehen
scheint. Dagegen ist die
rechtssitzende Person sozu-
sagen zurückgeklappt, undauf
dem freien Raum rechts unten
sieht man drei Figuren in ent-
sprechender Richtung stehen,
nämlich senkrecht zum Tisch-
bein. Hier, wie auf allen ähn-
lichen Blättern, hätte es wenig
Sinn, von Blickpunkten und
Ansichten zu reden. Das Pa-
pier wird einfach nach Belie-
ben gedreht, und jeder leere
Raum so ausge füllt, wie es
am bequemsten ist. Manch-

mal herrscht allerdings ein
gewisses System, besonders
wenn Handwerker Szenen
zeichnen. So in dem Wirts-
haussaal Abb. 27, dessen
Wände säuberlich nach
außen umgeklappt zu sein
scheinen, ebenso wie die
an den Tischen sitzenden
Gäste. Das Blatt stammt
von einem schizophrenen
Zimmermann. Dieselben
Prinzipien kann man auf
dem verwickelten „Kampf
um die Festung Atschin
auf Sumatra", Abb. 28, bis

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Fall 326.

Abb. 26.

Figuren an Tisch (Bleistift).

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