Sitzungs-Berichte der Archäologischen Gesellschaft zu Berlin — 2.1886/​87

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Januar-Sitzung.

Nachdem der statutenmäßige Kassenbericht er-
stattet und der vorjährige, aus den Herrn Curtius,
Schöne, Conze und Trcndelenhurg bestehende
Vorstand wiedergewählt war, besprach Herr Richter
eingehend H. Jordans Tempel der Vesta, die letzte
und zugleich reifste Schrift des unermüdlichen, allzu-
früh verstorbenen Forschers, in der alle einschlägigen
Fragen ausführlich und zum Teil abschliefsend be-
handelt werden. Entsprechend den drei Teilen des
Baches gab der Vortr. zunächst eine Beschreibung der
vorhandenen, sehr geringen Reste des Tempels, von
dein fast nur das Gufswerk des Unterbaues und einige
Architekt urstücke erhalten sind. Letztere lassen die
Bauzeit bestimmen: Der letzte Bau wurde nach dem
Brande 191 unter Septimius Severus ausgeführt. Die
Rekonstruktion des Tempels, dessen Durchmesser nach
Jordans richtiger Berechnung 18.54 m mit einer Cella
von 13,50 m betrug, ist noch nicht in allen Teilen
gesichert. Im zweiten Teil behandelt Jordan zuerst
das Haus der Vestalinnen (atrium I estae) und dann
den Dienst derselben. Jenes besteht aus einem Atrium
von aufserordentlichen Abmessungen (23 x 68 m), ver-
mutlich dazu bestimmt, den ursprünglich neben dem
Hause am Abhang des Palatin gelegenen, später aber
durch die kaiserlichen Bauten in Anspruch genommenen
Hain der Vesta zu ersetzen, einem daran grenzenden
"ablinuni und einer Anzahl von grosseren und kleineren
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