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Stolz, Friedrich
Die Erbauung einer Brücke über den Neckar zwischen Schlierbach und Ziegelhausen — Heidelberg, 1897

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hat aber der Verkehr einen geivaltigen nnd nngeahnten Aufschwung ge-
nonnnen und zivar, obivohl sich sein Mittchnmkt nach Westen verschoben
hat, auf die ganze Länge der Stadt. Durch die Trainbahn, die Droschken
und Dinnibusse, die vielen einheiniischen Frachtfuhriverke, durch die bedeutend
höhere Zahl der Einivohner und durch die von Jahr zu Jahr in größerer
Menge herbeiströnienden Freinden ivird die Hauptstraße in einer Weise be-
lastet, daß ihre Breite schon lange nicht inehr ansreicht. Die Stadt ist
daher, dies ivohl erkennend, beinüht, durch Anlage von Parallelstraßen, wie
neuerdings des Neckarguais, Naum zu schaffen, da die Verbreiterung der
vorhandenen Straßen nninöglich ist. Die Fortführung ciner ziveckniäßig
angelegten N'eckarstraße bis zuin Karlsthor inuß aber ivegen der oberhalb
der alten Brücke gelegenen Mühlen als ausgeschlossen betrachtet iverden,
iveshalb es uin so notivendiger erscheint, darauf Bedacht zu nehmen, daß
der Verkehr schon vor den Thoren der Stadt, soiveit er dieselbe nicht zu
berühreu braucht, abgelenkt iverde. Die Stadt Heidelberg hat also nicht
»nr ivegen ihres Vororts Lchlierbach die Verpflichtnng, der Erbannng einer
Brücke bei Ziegelhausen jede Unterstütznng angedeihen zu lassen, sondern
sie hat auch alle Nrsache, im Hinblick auf die notwendige Erleichternng des
dermaligen nnd künftigcn Berkehrs in der Stadt selbst, den krästigsten An-
stoß zu diesem Unternehmen zu gebcn. Und da die Bevölkeruug eines
iveiten Umkreises des badischen Unterlandes an der Wohlthat dieses Ver-
bindungsglieds teilninnnt und die künftige Brücke mit dem öffentiichen Land-
und Kreisstraßennetz in innigem Zusammenhang steht, werden sich auch die
Großherzogliche Negierung und die Landstände den billigen Wünschen dicses
Bevölkerungskreises gegenüber nicht ablehnend verhalten köiinen und dem
Brückenbau ihr Wohlivollen entgege ibringen. Jn ivelchcr Weise derselbe
verivirklicht iverdeu ka»n, soll im Nachstehenden ausgeführt werdeu.

Baustellv füe die ueue Vriickr.

Bei der Frage, ivo die neue Brücke errichtet iverden soll, kommt in
erster Neihe in Belracht, daß die Einmündiing in die beiderseitigen Straßen,
anf dem linken Ufer die Landstraße Nr. 3 von Mannheim »ach Heilbronn,
anf dem rechten Ufer die Hauptstraße in Ziegelhausen, an hochwasserfreier
Stelle erfolgt. Gleichzeitig soll die Brückenaxe den Thalweg des Flusses
thunlichst in senkrechter Nichtung kreuzen. Auch ivird darauf Bedacht zu
»ehinen sein, daß die Eimnündung auf Ziegelhauser Seite an geeigneter
^telle inmitten des Ortes stattfindet nnd daß die Abzweigung von der
luiksufrigen Landstraße so nahe als möglich an die Zufahrtsstraße zur
--rtation Schlierbach zu liegen kommt. Mit Bezug auf de» Kostenpunkt ist
es erwünscht, daß njcht allzuteures Gelüude durchschnitten wird nnd daß
höchstens untergeordnete Gebäude in die Anlage fallen.
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