Stuhlfauth, Georg ; Vigenère, Blaise de [Übers.]; Artus, Thomas [Übers.]
Die Bildnisse D. Martin Luthers im Tode — Weimar, 1927

Seite: 12
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Die Bildnisse v. Mariin Luthers im Tode.

Können, so doch ohne Ruf und „Namen" war. Eine gewisse Bestätigung dieser
Vermutung liegt ja schon auch darin, daß man es für richtig und notwendig
hielt, den ohne Frage namhaften Meister Lucas Furtenagel*) aus dem zwar
uicht sehr weit, aber immerhin doch etwa 7—8 Stunden Weges (ca. 40 lrm)
entfernten Halle herbeizuholen^) und ihn mit der einzigartigen historischen Auf-
gabe der Porträtierung des toten Reformators zu betrauen.

Noch auffallender nun als die verfchiedene Wertung der beiden Maler des
toten Luther im „Abfchied" des Justus Jonas, Michael Coelius und Johannes
Aurifaber ist, daß der Apotheker Johann Landau in Eisleben in seinem Be-
richt an Georg Wizel-Regensburg von dem Eislebener Künstler überhaupt nichts
bemerkt und völlig von ihm schweigt, den Hallenser dagegen, den hinwiederum
er nur als piotor guiäam HsllSusis, ohne Namen, einführt, ein zweimaliges
Konterfeien des großen Toten vornehmen läßt. Er schreibt^): „Nach diesen
Vorgängen ließen die Grafen fvon Mansfeldj einen zinnernen Sarg besorgen,
in welchen die Leiche gelegt wurde, und fie wurde in ein bestimmtes Wohngemach
der Herberge fLuthers Schlafkammerj zurückgebracht. Doch wurde fie für alle zur
Besichtigung ausgestellt. Aber auch ein gewisser eilends aus Halle gerufener Maler
malte auf Befehl der Grafen den Toten, wie er war. Und als viel Volk da war,
sagt Jonas: O liebe Leute, seht ihn recht an! Seht ihn genau an, dies ist jener
Mann, welcher hier schläft, der tausende und abertausende von Seelen errettet
hat; o helft mit euerem Gebet, daß Gott einen anderen an seine Stelle setze!"
Nun schildert Landau, mit „ILria sexta", d. i. „am sechsten Wochentage" zum

für christliche Archäologie u. Kunst 2, 1926, S. 47 f. (nebst Abb. 7) —, ist über die Hallenser
„Panoptikumsfigur" endgiltig entschieden; im folgenden wird von ihr nicht mehr die Rede sein.

1) Über die Namensform siehe S. 20!

2) Lukas Cranach, der wohl als der berufenste Maler auch des toten Luther in Betracht ge-
kommen wäre, aus Wittenberg zu holen, verbot sich allein durch die tveite Entfernung (Wittenberg—
Halle—Eisleben: oa. 100 km).

3) Schubart a. a. O. S. 79, 11—34: „vost baso proonraruut oomitos starmsnm tisri loonlum,
in guo positnm sst tunns st rspositnm in dabitaonlnm gnoclclam dosxitü. Omnidns tamsn acl
inspioisnctnm sxxositnm. 8sct st xiotor gniclom sx Hallis oonksstim vooatus, iussu oomitum
mortnum, ut srs-t üsxinxit. Oumgns mnltus aclsssst populus ait lonas: 0 odars xopuls, inspioits
sum äiÜASntsr. Inspioits satis, bio sst vir üls c;ui üormit bio gui multa milüa mMum animarum
rsäsmit; o aäiuvats orantss, ut Osus alium in looum sius sudstituat.

vsria ssxta, kora XII. trss laoti sunt oompulsus maximarum oamxanarum psr omnos soolssias.
vsincls omnium oamxanarum simul. üclvsnsrunt itac;us omnium sobolarum svdolarss oum
oruoibus aü üscluosnclum lunus, guoä portabatur o clomo äootoris Oragststini s. oonoionatoridus
st ssnatoridus, soMsntidus post Isrstrum omnidus oomitidus äs Nanskslcl, in ooelssiam 8. ün-
clrsas, udi äsxonsdatur in odoro . . . Ha vsro lunsris xomxa :cd Iiora XII. usgus acl tsitiam
post msriclism sxtraota sst, antsguam s clomo lunus sxxortarstur. Ht xsrmultus aclsrat xopulus
ox multis xagis ot oxxiäulis.

viotoi vsro Hallsnsis iussus sst illo tsmpors aclduo ssmsl ot mslius c^uiäsm c^uam antsa oorpus
mortui äsMngsro. (juoniam vsro asxsrum st intsnsum orat Irigus, multi sxxootsntium oam
pomxam clilapsi sunt ot adiorunt, tum proptsr Irigoris molsstias, tum guocl putadant nonnulü,
sanotum virum intsr moras, (clum ctsxinZsrst mortuum clenuo piotor prascüotus,) a morts rssu-
soitatum ssss. La igitur noots ststit lunus in savrario ooolssias 8. ünclreav" vto.
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