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VORWORT

Veranlassung zu vorliegender Studie gab ein Ausflug, den ich im Frühjahre 1902 mit Freunden von Alexandria
aus machte, und der zur Wiederentdeckung des Turmes von Abusir (Taposiris magna) führte. Es waren Herr Karl
Herold, jetzt in Halensee-Berlin, dem ich in erster Linie die Anregung zu dieser Exkursion verdankte, und der da-
malige Chefarzt des deutschen Hospitals in Alexandria, Herr Dr. Karl Göbel, jetzt in Breslau. Ich stehe heute noch
in allen Hauptpunkten zu den damals gewonnenen Ergebnissen, wie ich sie für den Pharos auch in einer Sitzung des
kaiserlich deutschen archäologischen Instituts zu Athen im Winter 1903 dargelegt habe. Manche Folgerung hat sich
seither dazu ergeben, besonders für das islamische Mittelalter.

Von früheren Arbeiten war neben denen von Allard, Les Phares, Paris 1889 und Veitmeyer, Leuchtfeuer und
Leuchtapparate, München 1900, natürlich am wichtigsten die Schrift von Fr. Adler, Der Pharos von Alexandria, Berlin
1901 (zuerst erschienen in der Zeitschrift für Bauwesen, 1901), dann eine Untersuchung über den genauen Standort des
Pharos von van Berchem in seinen „Materiaux pour un corpus inscriptionum arabicarum" im 19. Band der „Memoires
de la mission archeologique du Caire". Auf Grund einer bis dahin ganz übersehenen Stelle bei Ibn Ijas wies van Berchem
nach, daß die Fundamente des alten Pharos heute noch unter dem Donjon des Kastells Kait-bey stecken müssen,
und gab das arabische Quellenmaterial hiezu in einer Gründlichkeit und Vollständigkeit, die zusamt seiner Rezension
des Adlerschen Buches in der Revue critique 1902, p. 88 ff. eine wertvolle Ergänzung und Korrektur zu Adler ist.

Wer die Unerfahrenheit kennt, in der wir klassischen Archäologen über orientalische Dinge der mohammedanischen
Periode befangen zu sein pflegen, wird es ermessen können, wieviel ich den orientalistischen Kollegen hier verdanke.
Die erste Auskunft über die arabischen Autoren gewährten mir die Herren Professoren Dr. K. Dyroff in München
und Dr. H. Reckendorf zu Freiburg i. Br. Vor allem aber bin ich der Güte Herrn Dr. Max van Berchems in Crans
(bei Genf) verpflichtet, der nicht nur mit nie versagender Güte auf meine vielen Fragen und Anliegen einging, sondern
mir auch in wahrhaft großer Weise sein eigenes reiches Material an Photographien und Büchern zur Verfügung
stellte. Er hat auch die Freundlichkeit gehabt, meine Zusammenstellung der arabischen Quellen durchzusehen und
die älteren Übersetzungen nach den Originalen da und dort zu verbessern. Es ist mein erstes Anliegen, für diese
Freundlichkeit Herrn van Berchem auch hier herzlichsten Dank auszusprechen.

Nicht weniger verdanke ich meinem Vater, Professor August Thiersch in München. Er war es, der während
unsres gemeinsamen Aufenthaltes in Ägypten (Frühjahr 1901) zuerst meine Aufmerksamkeit auf das Problem hin-
 
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