Thorbecke, August [Oth.]
Statuten und Reformationen der Universität Heidelberg vom 16. bis 18. Jahrhundert — Leipzig, 1891

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verwalten und verrechnen soll, also wollen wir auch von disem des Dionysianer
hauß befohlen haben, das desselben provisor ein gemeinen tiscum oder seckhell
haben und verwalten und darein, was von den abwesenden persohnen ieder zeit
dem wochengelt abgetzogen, auch von deren wegen, so straff halben der dische
privirt werden, eingehalten, auch andere weise dem hauß erspart und zu gut hinder
sich gelegt wurdet, zu underhaltung des hausraths und der eingebew hingelegt,
bewahret und ierlichen für den universitet und unsern darzu verordenten, wie
obsteet, verrechnet werden sollen, (f. 257.)

(§ 159.) Von der librari1).

Und dieweil von alter hero auch ein eigene librari oder bibliotheckh in
disem hauß gewesen und aber nach Veränderung des hauß und der alten secten
in ein abgang komen, so wollen wir, das provisor und die seniores, was von
solchen buchern noch vorhanden, zusamen suchen und wider in ein Ordnung
richten und bringen; und so ettwas mit der zeit weiter hierzu legirt und gegeben
wurde, ein iedes nach seiner gelegenheit zu den vorigen verordenen und mit ge-
purlicher Versicherung verwahren sollen.

Und zu solcher bibliotheckhen sollen die drei seniores allein Schlüssel
haben, von welchen die andern magistri und persohnen, so sich solcher bucher
geprauchen wollen, dieselben begeren und empfahen und mit aller massen und
verpflichtigüng, wie hievor von der universitet und faculteten bibliothecken ge-
setzt und befohlen ist, dieselben den obgenanten senioribus wider zustellen und
uberlifern und sonst weiter kheinen insonderheit einich buch für sich in sein ge-
mach oder anders wohinaus zu tragen, nemen und zu prauchen gestattet werden.

(§ 160.) Von der Visitation diser burßen2).

Und damit alle obgenante Statuten, Satzungen und Ordination dester fester
und fleissiger gehalten und vollstreckt werden, so wollen wir, das rector univer-
sitatis sampt dem alten und neuen decano und aus seinen assessoribus oder con-
siliariis zweien den eltisten alle iar zum wenigsten zweimahl umbher geen und
beide die burßen und das Dionysier hauß, wie hievor in dem ersten theil diser
unser reformation8) geordnet und gesetzt ist, visitiren und besichtigen, was do-
rinnen mangels oder fehls gespuirt, auch (f. 258) anderungen mitler zeit sich be-
geben, vleissig inquiriren und erforschen und demnach dasselbig für sich selber
straften und wenden, oder, so solchs ihme sampt seinen zugethanen zu schwehr
sein wolte, ferner an die universitet gelangen lassen, welche auch bei ihren
pflichten, damit sie der universitet und derselben consilio oder rath zugethan
seint, ob disen und allen vorgemelten Statuten, puncten und Ordnungen ernstlich
zu halten, auch dem provisori, den senioribus und andern regenten, so sie ettwas
mangls an inen befunden, einzutragen und sie gentzlichen ein ieden seinem ampt
und befelch strackhs wegs nachzukomen, anzuhalten schuldig und verpunden
sein sollen.

Und damit rector und universitet desselben dester mehr ursach gewinnen
und nit, wie bishero, vil ding sehend und wissend hinschleichen lassen, so wollen

1) C f. 262.

2) C f. 262 b.

3) Am Rand in A: supra pag. 25, wo auf diese Stelle in einer Notiz verwiesen ist. (Siehe
oben S. 17.)

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