Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 35.1910

Seite: 476
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H. HEPDING.

II. DIE INSCHRIFTEN

die Priesterin keine römische Bürgerin ist.— Z. 7. Das gentile
Bifjooiog, sonst mit einem s geschrieben, ist sehr selten, die
Belege s. im Thesaurus linguae lat. II 1978. Für das cogno-
men Mive^ßag habe ich kein Zeugnis, ich vermag aber weder
auf dem Stein etwas anderes zu lesen, noch das Wort an-
ders zu deuten; es muss eine griechische Ableitung von Mi-
nerva sein, denn dass Q. Biesius ein Kultdiener der Minerva,
MINEPBA also etwa als Dativ zu fassen sei, halte ich für aus-
geschlossen. igQcicpÖQOi; ist vielmehr die Bezeichnung eines
Priestertums der ägyptischen Gottheiten, s. Frankel zu I.v. P.
336 (=Syll.2 754).

63. Console aus w. Marmor, gefunden 1 909 zwischen der
Stützmauer und dem Demeter-Keller, 1. obere Ecke abgestos-
sen. H. 0,215, Br. 0,33, D. 0,645, wovon 0,34 aus der Mauer
hervorragten; die Oberfläche, die wohl eine Büste des Geehr-
ten tragen sollte, ist geglättet. Auf den beiden verticalen
Flächen der Ansichtsseite steht die Inschrift: BH. in Z. 1:
0,014-0,015, in Z. 2 und 3: 0,012-0,013, ZH. 0,027. Formen:
©, T und | . Phot. 1791.

’Ayajüfji ru^rp > oi deopohsTCtfi

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TÖv > pUGtpV

Das Collegium der ögGpo-öetai lernen wir hier zum er-
sten Mal für Pergamon kennen. Z. 2: l\H in Ligatur. Über
den Geehrten s. oben zu Nr. 38.

64. Standplatte aus bläulichem Marmor, 1909 aus dem
Hofe des ’AypL BiAevr^a im westlichen Teil des Griechenvier-
tels auf dem 1. Selinus-Ufer vor’s Museum gebracht. H. 0,57,
Br. 0,50, D. 0,175. Oben gebrochen, 1. und r. geglättet, hinten
rauh, unten in der Mitte ein Dübelloch. Die Vorderseite ist
z. T. stark abgescheuert. BH. 0,1 7, ZH. 0,37. Formen: B©j_(j).
Phot. 1 785. Abschriften von Jacobsthal und mir. Zum Teil
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