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Küch, Friedrich [Bearb.]
Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg (Band 1): 1918 — Marburg, 1918

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https://doi.org/10.11588/diglit.41405#0103
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1356 Okt. 6—1357 Dez. 7.

81

16.

1357 Dez. 7.

Stadtrecht des Landgrafen Heinrich II
1. Bede. 2. Steuer. 3. Bedefreiheit in Zeiten der Not. 4. Geschoß
und Feuergeld. 5. Gleichmäßige Austeilung der Bede. 6. Persönliche Bede-
pflicht. 7. Dingliche Bedepflicht. 8. Tote Hand. 9. Erbrecht. 10. Gerichts-
stand. 11. Gerichtlicher Zweikampf. 12. Bürgschaft bei Bußen. 13. Bußen
an den ungebotenen Dingen. 14. Schuldsachen zwischen Burgmannen und
Bürgern (Gerichtsstand). 15. Zeugen- und Stimmrecht der Ratsmannen und
Schöffen. 16. Schöffenwahl. 17. Bürgermeisterwahl. 18. Ungeld. 19. Schank-
recht. 20. Festnahme von Übeltätern. 21. Sendgericht. 22. Beschlüsse von
Schöffen und Rat.
Wir Heynrich von gots gnaden lantgrebe zcu Hessin und wir
Otte sin son bekennen vor uns und unse erbin offinlicha) an dissem
brife umme sundirlicheb) gunst unde gnade, dyc) wir zcu unsir stad
und zcu unsirn liebin getruwin bürgirn zeit Marpurg habin, und
umme irn gereydin truwind) dynst und gehorsamekeyt, dy sii uns
bewisin und keyn uns vil bewist han und vord tun sullin, so han
wir semptlich uns, unsirme lande und unsir stad zcu Marpurg zcu
dem bestin, zcu erin und zcu nütze dyselbin unse burgire alle ge-
meynliche, dy in dy pharre unsire) vorgenanten stad gehorin, be-
gnadiget und gefryetf) ummer und ewecliche mid sotan stucken,
fryheidingin und artikeln, als hirnoch geschriebin stedg), dy wir
und alle unse nachkomen erbin wullin und sullin en eweclicheh),
stede und unvirbruchlich haldin.
1. Zcu dem erstin, daz dyselbe unse stad und alle, dy in dy
pharre zcu Marpurg gehorin, uns jerlichin gebin sullin dryhundirt
marg phennynge Marpurgischir were, als mid en* 1) genge und gebe
ist1), und hundirt Schillinge und drizig Schillinge gudir tornose den
herin von sente Stephank) zcu Mentze von unsir weyn2). Dit vor-
genante gelt sullin sii uns alle jar zcu bede gebin, und dorubir en-
sullin odir enwullin wir sii nicht drangin zcu keyme großirn gelde
odir schatzunge.
2. Were abir, daz uns odir unse erbin sulche groze unde
redeliche nod antrede, darzcu wir unsir stede gemeynlich sture und
volleist bedorftin, darzcu1) soldin sii uns volleyst tun noch ire möge
und mogelichekeit, als andirs unse stede.
3. Were abir, daz sii zcu deme schadin qwemen von brande,
von niddirloge, von virstornisse odir von wilchirhande Sache daz
gesche, daz sii volle bede unsm) nicht gegebin müchtin, da uns und

a) offintliche B. b) sunder liehe B. c) dii B. d) bereydin ge-
truwin B. e) der vorgenanten Stadt zu Marpurg C. f) gefriget B.
g) sted besebriebin B. h) ummir C. i) mid en zu Marpurg C. k) Sthephan B.
1) dorczu B. m) daz sii uns vulle bede C.
des Mainzer Stephansstifts magister Theodericus, der nach dem Wortlaute des
Ablaßbriefs offenbar als Bruder der übrigen zu verstehen ist, erklärt Wyß
im Register als den auch sonst bekannten Kanonikus Meister Dietrich Imhof.
Ein Ludwig von Biedenkopf kommt als Siegfrieds Sohn i. J. 1353 vor (Wyß II
Nr. 894).
1) Vgl. Nr. 1 § 1.
2) Vgl. Nr. 17.
Küch, Fr., Marburg.

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