82
Urkunden und Akten.
sii god vor behude, so sullin sii also lange ane bede sitzin, biz daz
sii zcu den stadin und möge qwemin, daz sii uns widdir wole bede
gegebin muchtin.
4. Und sii sullin a) alle jar schozzin uf den eyd und furgelt gebinx).
5. Were abir, daz unsir rad und schepphinb) zcu Marpurg
zcu rade wordin, daz sii bede setzin woldin, dy soldin sii setzin
uf irn eyd deme richin als dem armenc), und wer undir unsirn
burgirn zcu Marpurgd) sii darane straffete, der solde dy pyne lidin,
als doruff ist gesazte).
6. Ouch wullin wir, daz alle dy, dy in dy pharre zcu Marpurg
gehorin und dy zcu dem Tutschin huse gesezzin sin odir andirswo,
dy in dy vorgenante pharre horinf), dy da koifin und virkoifin, daz
dy ire bede mid unsirn burgirn gebin sullin.
7. Ouch wilchirley erblich gud odir gulde in der egenanten
pharre gelegin ist, da mang) von aldir bede von gegebin had, daz
sol mid unsin burgirn ouch bede gebin.
8. Ouch wilchirley erblich gud odir gulde unse burgire zcu
Marpurg, man odir frouwe, han gegebinh), gebin, han bescheidin* 1)
odir vor ire sele bescheidink) geistlichin ludin odir wertlichin phaffin,
dy sullin1) daz in der jarfrist virkoifin umme eyn mogelichin phennyng
den nestin odir unsirn burgirn zcu Marpurg.
9. Ouch wilch man odir frauwem) abegynge, dy libiserbin
lizin, den solde ir gud gefallin. Gingin abir sii ane libiserbin abe11),
weme ez dan von rechte werdin °) solde,p) deme wolden wir ez
wol gunnen2).
10. Ouch ensal nyman, der undir unsirme gebide ist gesezzin,
unsir burgir gud ansprechin, sundir her sal en an der stad zcu-
sprechin, da her ist gesezzinq)3). Und wilchir lantman, der inr)
unsirme gebide ist gesezzin, unsirn burgirn zcu Marpurgs) schuldig
ist odir en geburgit had, den1) mogin unse burgire in der egenanten
stad zcusprechin mid gerichte, als recht ist.
11. Ouch ensal nymandu) unse burgire zcu Marpurg kamphis
anesprechin, her enhabe dan jar und tag mid en in deme slozze
gesezzin, her enwillekoriz dan, der unsir burgir da ist4).
a) Ouch sollin sii C. b) scheffin unde raid B. c) deme armin als
dem richin C. d) zcu Marpurg fehlt in B. e) gesazt ist C. f) gehorin B.
g) davon man C. h) gegebin han B. i) bescheidin han B. k) gegebin
han, gebin, adir für ere sele bescheidin C. 1) suln B. m) frauwe ader
man C. n) gingin sy abir abe . . C. o) gefallin C. p) soldin B.
q) gesezzin ist, als recht ist C. r) undir C. s) zu Marpurg fehlt C.
t) den A. u) nymande B.
1) 5. o. S. 62.
2) Die volle Bedeutung dieses Paragraphen ergibt sich aus einem Ver-
gleich mit dem Frankenberger Privileg von 1291 März 11; vgl. Diemar in
seiner Gerstenbergausgabe S. 420.
3) Vgl. das Grünberger Privileg von 1272 (Glaser, Grünberg S. 179):
Praeterea volumus, ut quicunque civis ibidem bona, si qua possedit anno et die,
non sit ratione illorum in foro judicii extranei conveniendus, sed si quispiam
ratione illorum illum voluerit convenire, faciat hoc coram sculteto et scabinis in
Grunenberg ibique reus stabit juri, quod dictaverit sententia scabinorum.
4) Vgl. Grünberger Privileg von 1272 a. a. 0.: Concedimus etiam, quod
nemo extraneus trahere debeat quenquam civem ibidem ad monomachiam, nisi
Urkunden und Akten.
sii god vor behude, so sullin sii also lange ane bede sitzin, biz daz
sii zcu den stadin und möge qwemin, daz sii uns widdir wole bede
gegebin muchtin.
4. Und sii sullin a) alle jar schozzin uf den eyd und furgelt gebinx).
5. Were abir, daz unsir rad und schepphinb) zcu Marpurg
zcu rade wordin, daz sii bede setzin woldin, dy soldin sii setzin
uf irn eyd deme richin als dem armenc), und wer undir unsirn
burgirn zcu Marpurgd) sii darane straffete, der solde dy pyne lidin,
als doruff ist gesazte).
6. Ouch wullin wir, daz alle dy, dy in dy pharre zcu Marpurg
gehorin und dy zcu dem Tutschin huse gesezzin sin odir andirswo,
dy in dy vorgenante pharre horinf), dy da koifin und virkoifin, daz
dy ire bede mid unsirn burgirn gebin sullin.
7. Ouch wilchirley erblich gud odir gulde in der egenanten
pharre gelegin ist, da mang) von aldir bede von gegebin had, daz
sol mid unsin burgirn ouch bede gebin.
8. Ouch wilchirley erblich gud odir gulde unse burgire zcu
Marpurg, man odir frouwe, han gegebinh), gebin, han bescheidin* 1)
odir vor ire sele bescheidink) geistlichin ludin odir wertlichin phaffin,
dy sullin1) daz in der jarfrist virkoifin umme eyn mogelichin phennyng
den nestin odir unsirn burgirn zcu Marpurg.
9. Ouch wilch man odir frauwem) abegynge, dy libiserbin
lizin, den solde ir gud gefallin. Gingin abir sii ane libiserbin abe11),
weme ez dan von rechte werdin °) solde,p) deme wolden wir ez
wol gunnen2).
10. Ouch ensal nyman, der undir unsirme gebide ist gesezzin,
unsir burgir gud ansprechin, sundir her sal en an der stad zcu-
sprechin, da her ist gesezzinq)3). Und wilchir lantman, der inr)
unsirme gebide ist gesezzin, unsirn burgirn zcu Marpurgs) schuldig
ist odir en geburgit had, den1) mogin unse burgire in der egenanten
stad zcusprechin mid gerichte, als recht ist.
11. Ouch ensal nymandu) unse burgire zcu Marpurg kamphis
anesprechin, her enhabe dan jar und tag mid en in deme slozze
gesezzin, her enwillekoriz dan, der unsir burgir da ist4).
a) Ouch sollin sii C. b) scheffin unde raid B. c) deme armin als
dem richin C. d) zcu Marpurg fehlt in B. e) gesazt ist C. f) gehorin B.
g) davon man C. h) gegebin han B. i) bescheidin han B. k) gegebin
han, gebin, adir für ere sele bescheidin C. 1) suln B. m) frauwe ader
man C. n) gingin sy abir abe . . C. o) gefallin C. p) soldin B.
q) gesezzin ist, als recht ist C. r) undir C. s) zu Marpurg fehlt C.
t) den A. u) nymande B.
1) 5. o. S. 62.
2) Die volle Bedeutung dieses Paragraphen ergibt sich aus einem Ver-
gleich mit dem Frankenberger Privileg von 1291 März 11; vgl. Diemar in
seiner Gerstenbergausgabe S. 420.
3) Vgl. das Grünberger Privileg von 1272 (Glaser, Grünberg S. 179):
Praeterea volumus, ut quicunque civis ibidem bona, si qua possedit anno et die,
non sit ratione illorum in foro judicii extranei conveniendus, sed si quispiam
ratione illorum illum voluerit convenire, faciat hoc coram sculteto et scabinis in
Grunenberg ibique reus stabit juri, quod dictaverit sententia scabinorum.
4) Vgl. Grünberger Privileg von 1272 a. a. 0.: Concedimus etiam, quod
nemo extraneus trahere debeat quenquam civem ibidem ad monomachiam, nisi