1396 März, April—1396.
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unde gelassen sullen werden, also han wir anegesehin solche rede-
lichea) dinste unde truwe, alse uns unde dem riche der hochgeborn
Herman lantgrebe zu Hessin, unser liber oheyme unde forste, offte
und dicke getan hat, tegelichen tut unde noch forbaz tun sal unde
mag in kunfftigen zciiden, unde haben eme darumme mit vorbe-
dachtem müde, gudem rade unde rechtem wißen diße besundern
gnade getan unde tun en dii durch beßerunge willen den nach-
geschriben sin steden in crafft dißes briffes unde römischer konyng-
licher macht, also daz syne bürgere unde inwonden der stede zu
Marpurg, Grunberg unde Gyßen allir judenschult, houptgeldes
unde gesuches, von allen juden, wo dii geseßin sint, genczlichen ledig
unde loz segin unde en ouch alle er phande unde briffe, dii noch
vorhanden sthehin, lediclichen widerkart werden sullen ane allir-
menlichs hindernisse unde Widerrede. Unde wer ez sache, daz keyn
er briffe von solchin judenschult wegin vorhalden wurden, so
setzin unde wollen wir von romschir konynglicher macht, daz en
dii in keyn sachin keynen schaden brengin sullen in keyne wiiz,
unde gebidden darumme allen forstin, geistlichen unde werntlichen,
grafin, fryhen herrin, dinstluden, ryttern, knechtin, gemeyn scheffin
der stede, mergete unde dorferen unde allen andern unsern unde
dez ryches undertanen unde getruwin ernstlichen unde festlichen
mit disem briffe, daz sii dii borgereb) unde stede unde er
icglichen an den egenanten unsern gnaden nicht hindern odir irren
in keyne wiiz, sundern en darzu getruwelichen beholfin unde ge-
ratin sin, also lip en sii unser swere ungenade zu vormyden. Mit
urkunde dises brifes vorsigelt mit unser konyglicher majestate in-
gesigel. Geben zu Karresteyn noch Christi gebort dryzenhundert
jare unde darnoch in dem seßundenunczigesten jare dez mandagis
noch sente Symonis unde Jude dagec), unser ryche dez beheymschin
in dem virundezwenczigisten unde dem (!) romschen in dem eynunde-
zwenczgisten jaren.
Großes Stadtbuch Bl. 18; Abschrift von Joh. Hottermann.
69. 1396.
Recht der Bestellung und Absetzung des Opfermanns durch
die Stadt.
Anno domini MCCC°LXXXX sexto hant unse herrin burger-
meistere, scheffin unde rad abgesat Rudolfin vom oppirampte unde han
Heinrich Hademar an syne stat gesast. Ez ist eyn aide gewon-
heid unde recht von aldere herbracht allewege, daz wan ez dii
burgermeistere, schefin unde rad gelüste, so mochtin sii ein oppir-
man setzin, wen sii wolden unde also dicke sii wolden, unde wider
entsetzin, unde han dez gude macht an alle Widerrede eynes per-
hers unde anders allir menlichs. Unde der oppirman muste globen
unde sweren, dem buwe getruwe zu syne unde dem perher unde
a) In der Vorl. wiederholt. b) Vorl. vorger. c) In der Vorl. folgt
dez romschin.
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unde gelassen sullen werden, also han wir anegesehin solche rede-
lichea) dinste unde truwe, alse uns unde dem riche der hochgeborn
Herman lantgrebe zu Hessin, unser liber oheyme unde forste, offte
und dicke getan hat, tegelichen tut unde noch forbaz tun sal unde
mag in kunfftigen zciiden, unde haben eme darumme mit vorbe-
dachtem müde, gudem rade unde rechtem wißen diße besundern
gnade getan unde tun en dii durch beßerunge willen den nach-
geschriben sin steden in crafft dißes briffes unde römischer konyng-
licher macht, also daz syne bürgere unde inwonden der stede zu
Marpurg, Grunberg unde Gyßen allir judenschult, houptgeldes
unde gesuches, von allen juden, wo dii geseßin sint, genczlichen ledig
unde loz segin unde en ouch alle er phande unde briffe, dii noch
vorhanden sthehin, lediclichen widerkart werden sullen ane allir-
menlichs hindernisse unde Widerrede. Unde wer ez sache, daz keyn
er briffe von solchin judenschult wegin vorhalden wurden, so
setzin unde wollen wir von romschir konynglicher macht, daz en
dii in keyn sachin keynen schaden brengin sullen in keyne wiiz,
unde gebidden darumme allen forstin, geistlichen unde werntlichen,
grafin, fryhen herrin, dinstluden, ryttern, knechtin, gemeyn scheffin
der stede, mergete unde dorferen unde allen andern unsern unde
dez ryches undertanen unde getruwin ernstlichen unde festlichen
mit disem briffe, daz sii dii borgereb) unde stede unde er
icglichen an den egenanten unsern gnaden nicht hindern odir irren
in keyne wiiz, sundern en darzu getruwelichen beholfin unde ge-
ratin sin, also lip en sii unser swere ungenade zu vormyden. Mit
urkunde dises brifes vorsigelt mit unser konyglicher majestate in-
gesigel. Geben zu Karresteyn noch Christi gebort dryzenhundert
jare unde darnoch in dem seßundenunczigesten jare dez mandagis
noch sente Symonis unde Jude dagec), unser ryche dez beheymschin
in dem virundezwenczigisten unde dem (!) romschen in dem eynunde-
zwenczgisten jaren.
Großes Stadtbuch Bl. 18; Abschrift von Joh. Hottermann.
69. 1396.
Recht der Bestellung und Absetzung des Opfermanns durch
die Stadt.
Anno domini MCCC°LXXXX sexto hant unse herrin burger-
meistere, scheffin unde rad abgesat Rudolfin vom oppirampte unde han
Heinrich Hademar an syne stat gesast. Ez ist eyn aide gewon-
heid unde recht von aldere herbracht allewege, daz wan ez dii
burgermeistere, schefin unde rad gelüste, so mochtin sii ein oppir-
man setzin, wen sii wolden unde also dicke sii wolden, unde wider
entsetzin, unde han dez gude macht an alle Widerrede eynes per-
hers unde anders allir menlichs. Unde der oppirman muste globen
unde sweren, dem buwe getruwe zu syne unde dem perher unde
a) In der Vorl. wiederholt. b) Vorl. vorger. c) In der Vorl. folgt
dez romschin.