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Küch, Friedrich [Bearb.]
Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg (Band 1): 1918 — Marburg, 1918

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https://doi.org/10.11588/diglit.41405#0256
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234

Urkunden und Akten.

lautende : Uf rechtlich Vertagung und Endresen von Asphe hievor
ingelegte kuntschaften und reden, auch gestern donnerstag mont-
lichen furtrag und rechtlich anstellung, allenthalben bescehen, er-
kennen wira) obgenanten burgman und zugeordenten scheffen von
stetten zu recht, das Enders von Asphe in craft derselben kunt-
schaften und aller ergangen handlung noch pilch leibswerung gegin
Velntin von Mandelbachen, seim kneicht, getan und seinen13) hus-
friden erredt habe, und er soll ferner sich desselben, wie recht
und lands gewonheit ist, inhalt seins selbs herpietens zu entschlagen
und zu purgiren zugelossen sein und werden. Hiruf haben sich
burgermeister, rat, zunft und gemein der stat Marpurg beswert
befunden, und sover die geoffent urteil Endresen zu furschub und
gerechtigkeit dienen oder verstanden und usgeleigt mocht werden,
in demselben und keinem andern fall berufen vor di hern regenten
oder aber prelaten, ritterschaft, lantschaft und stet des fursten-
tumbs zu Hessen, woe sich dan noch gelegenheit diser Sachen solch
berufung am bequemlichsten uszufuren und zu rechtvertigen gebürt,
und gefurdert appellationes etc., wie gewonheit ist. Demnoch Enders
von Asphe ferner gebeten und angestelt hot, der itzt gesprochen
urteil volstreckung zu tun und ine zu seiner entschlahung zuzelossen.
Uf dasselbige witer furbringen und inbrachte appellation, auch
gegenweher der von Marpurg, in actis begriffen, haben wir burg-
man und scheffen von stetten obberurt uf alle ergangen handlung
ferner geurteilt und gesprochen also : Uf Enders von Asphe begern,
der itzt gesprochen urteil volnstreckung zu tun und burgermeister,
rat, zunft und gemein der stat Marpurg gegenweher und gescheen
appellation, sover Enders von Asphe dadurch kunftiglich nit wolle
gerechtigkeit schepfen, widerumb in scheffenstul oder rat zu körnen,
und das gedachter rat, zunft und gemein auch nicht anders dan in
dem fall, wie ob verlut, wollen appellirt haben, erkennen wir burg-
man und zugeordente scheffen pilch, Endresen die entsch(l)ahung lut
der vorigen urteil zu tun, und lossen furter di appellation, von
den von Marpurg getain, zu lut ires eigen furtrages und nit weiter,
dan die in recht stat hat. Hiruf hat sich (!) Enders von Asphe, wie
lands gewonheit, alspald vor sitzendem gericht vermittels dem eidec)
mit seinen löbliche ufgeragten fingern zu gott und den helgen einen
eid gesworn und sich purgirt, das er in craft der angezeigten
getzwiugen(I) sage gegin Velntin von Mandelbachen leibswerung
getain und nit in gemut, willen oder meinong gehabt, inen leiblos
zu machen, und ist damit rechtlich abgangen, wilcher gesprochen
urteil allenthalben bescheen, gedachter Enders von Asphe ein ge-
richtlich bekentnus begert, das wir ime zu urkund hiemit von ge-
rechts und recht wegen unter unser Jorg Vogts, schulteissen,
Johann von Weyttershusen, burgman, hersfeldisch marschalk, von
den burgman, und Johans Ulefex von der scheffen wegen anhangenden
ingesiegel vorsiegelt, der wir andern uns hiran mitgebruchen.
Geben und gescehen uf fritag noch der eilftusent junfern tag anno
domini funfzehinhundert zehin.

a) Vorl. vor.

b) Vorl. seinem.

c) Vorl. ende.
 
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