Adreßbuch sämmtlicher Bewohner der Stadt Heidelberg für das Jahr 1840 — Heidelberg, 1840

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«nd kommt von Mosbach wieder hier an, Donnerstag Morgens 7 Uhr.
Einkehr im Falken.
Fuhrmann Schmoll von Heilbronn fährt nach Frankfurt a. M. trifft
von Heilbronn Freitag, Abends 4—5 Uhr, hier ein, fährt in einer Stun-
de wieder ab und kommt von Frankfurt Dienstag, Morgens 4—5 Uhr,
wieder hier an. Einkehr im Falken.
Fuhrmann Krämer von Mannheim fährt nach Heilbrvnn, Kannstadt,
Ulm, Augsburg, München und die Umgegend, trifft von Mannheim Sam-
stags, gegen Abend hier ein, und fahrt Sonntags, Morgens 3 Uhr, von
hier wieder ab. Einkehr im Pstug.

Heidelbergs Sehenswürdigkeiten.
Das Univerfttätshaus, die voinu« VViUiolminnu genannt, fast mit-
ten in der Stadt, mir dem großen und schönen, auch wegen seiner De-
ckengemälde sehenswerthen, Hauptsaale, der sogenannten ^uln VV-lliel-
inlnv», mit dem VersammlungSsaale der Gesellschaft für Naturwifferr-
schaft und Heilkunde, den öffentlichen Lehrsälen u. s. w., von dem Pfalz-
grafen Kurfürsten Johann Wilhelm durch den Jesuiten Melchior Kirchner,
I)r. und Professor der Theologie, einem geschickten Architekten, v. I. 1712
bis 1715 erbaut.
Das Archiv der Universität mit den uoch übrigen alten Universitäts-
denkmälcrn, in dem ebenbezeichneten Gebäude.
Das Museum, das Gesellschaftsbaus für gebildete Stände, dem Uni-
versitätshanse gegenüber, ein Werk aus der neuesten Zeit, Jahr 1828, mit
seinem schönen- Tanz - und Musiksaale, und seinen übrigen zweckmäßigen
baulichen üud vortrefflichen gesellschaftlichen Einrichtungen.
Das Bibliothekshaus der Universität mit seiner den Forderungen für
eine solche Anstalt höchstgemäßen Lage und erbaulichen Einrichtung und
der merkwürdigen Bücherei, welche gegenwärtig über 120,000 Bänoe
gedruckter darunter viele Jncunable, 1300 alte geschriebene Bücher, unter
denen sich 885 von der im Jahre 1623 in Heidelberg geraubten und nach
Rom verschenkten weltberühmten Libllotliecu k'nlnlinn befinden, welche
die Universität in den Jahren 1815 und 1816 wieder zurnckerhalien hat,
ferner etwa 1000 Urkunden und mehr als 45,000 Hefte Disseftativnen
'umfaßt. Es ist damit auch verbunden die Sammlung des verstorbenen
Dr. Batt (Sidlivtlleeu Lnttümu) von Druckschriften, Abbildungen und
Charten, welche auf die ehemalige Kurpfalz sich beziehen in mehr als
tausend Nummern; in einem der untern Säle befindet sich eine Samm-
lung von römischen Alterthümern, die in der Umgegend Heidelbergs ge-
funden worden sind; insbesondere das Große, bei Neuenheim ausgegrabene
Wohl erhaltene Allllireuvi; desgleichen eine Sammlung von griechischen
und römischen Münzen und einiges Andere der Art. Tie Bibliothek ist
4mal von 10—11 Uhr^mid 2mal (Mittwochs und Samstags) von 2—4
Uhr dem Publikum geöffnet.
Das Irrenhaus mit der Landes-Jrrenanstalt, nächst dem Bibliotheks-
hause, ein weitläufiges und schönes Gebäude, einst für die Lehnibungsan-
stalt der Jesuiten, das sogenannte Karlische Konvict oder kleine Seminar,
von einem Vorsteher desselben, dem Vater Franz Günther um das Jahr
1750 erbaut.
Die Peterskirche, in derselben Gegend der Stadt, die älteste Pfarr-
kirche Heidelbergs, an der Stelle der ursprünglichen Kapelle zur heil. Ma-
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