Allgemeine theologische Bibliothek — 3.1775 [VD18 90309928]

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r?8 Revisionen»
Fähigkeiten unserer deutschen Handwerksleute verglei-
chen dürste» ZweytcnS ist in Ansehung der üörigen
Apsstt! immer noch die Frage, ob sie blos Fischer,
Zolieinnehmerrc. gewesen sind, oder ob sie (nachher
damaligen Gewohnheit bcy den Wissenschaften alle«
mal auch ein Handwerk darneben zu treiben) nicht
auch ein bisgen Studien, wenigstens so viel gehabt
haben, um im Stande zu scyn, zu predigen oder auf-
zufchreiben, nachdem sie Iesum drey bis vier Jahre
lang alle Tage predigen gehört, und nachdem sie noch
einen besondern göttlichen Unterricht des Geistes Je-
su genossen hakten. Hierzu nehme man drittens, daß
ja die Wahrheiten, die sie vorzutragen hatten, so leicht
und allen Menschen faßlich waren, und folglich die
allermittelmäßigsten Talente erfordert wurden, um
sie zu predigen oder aufzuschreiben, und zwar so sim-
pel, in so nachläßigem Ausdrucke, und ost so übel
zusammenhängend, zu predigen oder aufzuschreiben,
wie es wirklich geschehen ist. Und nun urtheile
man , wo unser Vater Ernesti bey jener Einwen-
dung wohl hingedacht haben mag.—- Endlich macht
er sich über die Hypothese lustig, dadurch einige die
Zuverläßigkeit der h. Schrift zu sichern gesucht haben,
indem sie eine fpecielle Negierung und Bewahrung
der H. Scribenten angenommen haben. „Ferner redet
der Hr. Verf. (S. 57). wie Doddridge,Benson
und andere von einer regierenden, fürJrrthum be-
wahrenden Eingebung u. s. w. Darüber haben wir
auch etwas in der theol. Bibl. gesagt B. 2. an et-
lichen Orten: nämlich erstlich erkläret niemand von
diesen Herren diese Negierung und Bewahrung;
und wenn D. die regierende Eingebung deffnirt, so
bringt er das Regieren in die Definition. Ändere re-
den auch von lenken/weiten; aber das sind lauter
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