Allgemeine theologische Bibliothek — 5.1775

Seite: 88
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88 Der betende Christ.
muth des Dichters, durch eine vuriario per cs-
üis Ac. ausgedruckt.
Bring ihm den ersten Zoll
Von dem verjüngten Leben:
Harre Poesie in der zweyten Zeile; und wer sagt
verjüngtes Leben starr erneuertes Leben?
Er hat es dir gegeben.
Erkenn durch ihn dein Wohl.
Matter hätte doch wol der Dichter die erste Stanze
nicht schliessen können!
Ich lag in Finsternissen,
Und fühllos lag ich da!
Die zweymalige Wiederholung des „ich lag,, ist
langweilig.
Dem Tod ward ich entrissen,
Weil ich dein Antlitz sah.
Dieß ist mir ganz unverständlich. Sah der Dich-
ter wirklich Gott im Traume, so kann er doch dieß
nicht jedem betenden Christen in den Mund legen.
Und wie? welchem Tode wurde er entrissen?
Wie? dadurch entrissen, weil er sein Antlitz sah?
Lauter Unbegreiflichkeiten, die mir wol der Ver-
fasser selbst nicht zu lösen fähig seyn dürfte.
Du stelltest um mich her
Die Engel, mir zu dismn.
Ein Engel, dächre ich, wäre auch gnug gewesen;
wenigstens ist mir nichts beleidigend stolzer, als der
Gedanke eines Menschen, gesetzt, dass er auch der
höchste
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