Allgemeine theologische Bibliothek — 5.1775 [VD18 90309928]

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Abhandlungen.
auf die Vorwürfe antworten, die wir ihr machen.
Aber man wehret doch dabey die Untersuchung
nicht, die von jener Kirche nicht zugestanden
wird? Nun, was soll eine Untersuchung, bey
der ich voraus weiß, was ich finden muß, wann
ich es nicht wagen will, unglücklich zu werden?
ist sie alsdann frey? Man kann doch der Kirche
das Recht nicht absprechen , Heist es weiter —
Was für ein Recht? Gewissenszwang einzuführen?
Denn davon war die Rede, und nun lese man,
was die symbolischen Bücher selbst darüber sagen.
Würktich scheint ein großer Theil gar nicht zu wis-
sen, worinn Gewissenszwang bestehet. Gewissen,
das sonst oft für Religion, wie im lateinischen
Religion für Gewissen genommen wird, Heist hier
insonderheit eigene Empfindung und Ueberzeugung
vom wahren und falschen in Rsligionssachen,
aus der heiligen Schrift, (dieß setzen wir als
-Protestanten hinzu.) Wenn ich nun dieser Ueber-
zeigung nicht ungehindert folgen, darnach reden,
Lehren und Leben darf, so ist der Gewissenszwang
vor der Thür. Das ist der Begriff von der
Sache, selbst nach unfern symbolischen Bichern
und den Erklärungen unserer Bekenner darüber.
Nun beliebe man doch die Anwendung selbst zu
zu machen. „ Aber wer Gefühl des wahren hat,
sag: man ferner, wird sich gerne zu den symboli-
schen Büchern verpflichten. Dann braucht es
keinen Zwang, weil da gerade die kostbarste Samm-
Dz luug
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