Allgemeine theologische Bibliothek — 9.1778 [VD18 90309928]

Seite: 158
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_theologische_bibliothek1778/0168
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
158

Die heilige Schrift,

gebenheit wiederholt, manche verrückt, und das
Ganze verstellt werden muste. Wie unst» rcklich
ist gleich der Anfang in einer harmonischen Ge-
schichte; worinnen Lucas allein redend angeführt,
und des TheophiluS gedacht wird, dem doch nur
Lucas, nicht die übrigen Evangelisten, die Geschich-
te zugeeignet! Wie unschicklich, daß des Johan-
nis Vorrede von der göttlichen Natur und Wür-
de Christi nach der Geschieh.e von des letztem
Versuchung in der Wüste eingeschaltet wird?
Wie unschicklich, daß des Berufs der Apostel hier
sooft und rn so verschiedenen Zeiten gedacht wird?
Wie unschicklich ist die Geschichte Johannis des
Täufers zerrissen und ganz unvollständig vorgetra-
gen worden? Mau sehe z. E. S. 41. die Erzäh-
lung von der Enthauptung dieses Propheten an,
und vergleiche sie mit der umständlichen und lehr-
reichen Erzählung Matthäi oder Marci, Andrer
Unbequemlichkeiten und Unrichtigkeiten will nicht
weitläufiger gedenken, um zu beweisen, daß man
hier das nicht finde, was man doch da zu suchen
berechtiget ist.
Von den apostolischen Briesen merken wir
nur kurz an, daß man darinnen mehr eigentliche
Übersetzung finde, doch nirgends genaue Über-
setzung. Hr. Gr. hält sichs überall für erlaubt,
seine Meynungen und Erklärungen einzufchal-
ren.
loading ...