Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 41.1916

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DIE KYPSELOSLADE

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haben. Doch bleibt auf meinem unserer Taf. I zugrunde
liegenden Entwürfe selbst der unterste Bildstreifen noch sehr
deutlich, obgleich er nicht länger als 1,10 m und nur 0,04 m
hoch ist; ja sogar in der Verkleinerung der Tafel bleibt das
meiste für scharfe und geübte Augen noch erkennbar. Die an
Buntheit und auch an zierlichster Sorgfalt wohl am nächsten
vergleichbaren Friese ‘protokorinthischer’ Lekythen (wie S. 21),
sind meist noch viel kleiner, selbst die größten auf der Chigi-
kanne nicht höher als 52 und 46 mm (nach Ant. Denkm. d.
Inst. II 44f.).
Auf der Vorderseite allein vereinigten alles Bildwerk der
Kypseloslade besonders Brunn, Loeschcke und Furtwängler (oben
S. 24) auch aus Gründen der Komposition, insonderheit Respon-
sion, die mir jedoch nicht haltbarer erscheinen als Blümner 417
und Lippold bei Pauly-Wissowa XII 1, 122. Indes bevor diese
Frage erwogen werden kann, müssen erst die einzelnen Streifen
mit ihren Bildern durchgeprüft werden.

Zweiter Teil: Die fünf Streifen,
Der erste unterste Streifen.
1. Pelops und Oinomaos, 17,7.
Die erhaltenen Darstellungen der Verfolgungsfahrt des
Oinomaos können uns keine Anschauung von dem Bilde auf
der Larnax vermitteln, weil sie zu jung sind (Roscher III 777ff.;
Studniczka, Ostgiebelgruppe vom Zeustempel, Abhandl. sächs.
Akad. XXXVII 4). Immerhin zeigen zwei schwarzfigurige Le-
kythen, Jacobsthal, Göttinger Vasen Taf. 6, 21 und die in Athen,
Arch. Jahrb. VI 1891, 34, jene die Wettfahrt selbst, diese die
Vorbereitung dazu wiedergebend, insofern eine Spur derselben
bildlichen Überlieferung, als beidemal das Pelopsgespann be-
flügelt ist, wie noch bei Pindar Ol. I 87. Ein Zweigespann des
Poseidon, dem der Held das Seine verdankt, erscheint mit
Flügeln noch auf der attischen sfg. Hydria Gerhard A. V. I, 10
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