Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 41.1916

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DIE KYPSELOSLADE

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korinth. Hadesfahrt des Herakles auf dem Skyphos aus Argos
Arch. Ztg. XVII 1859 Taf. 125, Roscher II 1122. Die Göttinnen
werden, wie z. B. auf der Kanne und sonst zumeist in älterer
Kunst, noch ohne unterscheidende Attribute zu denken sein,
auch nicht dicht zusammengedrängt.
10. Artemis, 19, 5.
Die Göttin muß durch Beischrift benannt gewesen sein, da
der einst bei uns für persisch gehaltene Bildtypus mit Flügeln
dem Pausanias fremd war. Für uns gehört er zu den ver-
breitetsten der früharchaischen Kunst; vgl. die Zusammenstellung
von Radet in der Revue des etudes anc. X 1908. In den er-
haltenen korinthischen Tonmalereien hält freilich die Göttin
gewöhnlich statt Löwen Wasservögel gepackt (Aryballen: Neapel,
Arch. Ztg. XII 1854 Taf. 63, 6; Louvre A 468, E 588 und 589,
Pottier Taf. 16, 43; Musee de Carthage I pl. 22, 5; Oxford,
J. H. S. XXIV 1904, 297 Fig. 507; Berlin Furtw. 1009 und 1010;
Brit. Mus. A 1351. Pinax: Berlin Furtw. 907, Ant. Denkm. I
Taf. 7, 12). Ebenso auf den beiden Elfenbeinreliefen vom Heilig-
tum der Orthia in Sparta (B. S. A. XIII S. 78 und 80, Poulsen,
Orient 114). Aber mit Raubtieren wie auf der Lade erscheint
sie auch sonst, und zwar hält sie die Bestien entweder am Hals
wie auf den Henkeln der Fran^oisvase, oder am Schwanz wie
bei Furtwängler Gemmen I Taf. 7, 51, oder an einer Hinterpfote;
so auf dem korinthischen Pinax in Berlin Furtw. 908 (Ant.
Denkm. I Taf. 7, 9), dem ‘protokorinthischen’ Bronzeblech
Olympia IV Taf. 39 (Springer, Handbuch I12 Abb. 367) und auf
einer schwarzfigurigen attischen Lekythos im Louvre F71, Pottier
Taf. 69. Ob die letztere Darstellungsweise für die Lade anzu-
nehmen sei, kann man nicht entscheiden, denn xariyu deutet
nur darauf, daß die Arme der Artemis hinabgerichtet waren
(oben S. 78). Die Mehrzahl der korinthischen Vasenbilder zeigt
die Artemis mit dem ‘Polos’ auf dem Kopfe, was unsere Zeich-
nung berücksichtigt. Auf Brunns Vorschlag, dies Bild an eine
andre Stelle im Streifen zu setzen, ist später einzugehen (S. 116).
11. Aias und Kassandra, 19,5.
Die Worte des Pausanias sagen dasselbe wie der Hexameter,
nur wieder einmal in der geschraubten Weise, die das Objekt,
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