Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 41.1916

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DIE KYPSELOSLADE

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thische Halsamphora des Athener National-Museums faßt die
drei Tierstreifen ihres Bauches mit sauber gezeichneten Flecht-
bändern ein (Collignon-Couve 556 Taf. 23), und solche von
gröberer Ausführung verwendet im Wechsel mit dreifachen
Strichen zur Trennung seiner drei Figurenfriese der schlanke
Kesselfuß argivischen Lokalstiles von der Stufe der frühattischen
und protokorinthischen Vasen bei Waldstein, Argive Heraeum II
Taf. 67. Von ostgriechischen Vasen darf hier abgesehen werden.
Der Technik unserer Lade etwas näher kommen wir schon mit
dem eben verglichenen Goldblech aus Eleusis, dessen fünf
Streifen ringsum auf das Zungenblattkyma vorausweisende
Borten umsäumen. Erst recht mit den wieder von kretisch-
mutterländischer Kunst des VII. Jhs. abhängigen runden Elfen-
beinbüchsen aus Chiusi, über deren kunstgeschichtliche Ein-
ordnung wohl zuletzt A. Rumpf gehandelt hat (Wandmalereien in
Veii, Leipz. Diss. [1917], 32 ff.). Die kleinere Büchse im Louvre
faßt ihre zwei Tierstreifen mit drei gleichen Strickmustern
zwischen je zwei glatten Bändern ein (Monum. Piot IX 1902
Taf. 1), die größere in Florenz ist oben und unten mit auf-
und absteigenden Lotosranken nach Art der melischen Gefäße
eingefaßt, während die vier Relieffriese durch verschiedene
Rankenmuster mit verkümmerten Blumen, auch von beträcht-
licher Breite, gesondert sind (Graeven, Antike Schnitzereien I
5—9, Mon. d. I. X Taf. 39, Böhlau, Nekropolen Beil, zu S. 119).
Und hier schließt sich, zum Beweise, daß ähnliche Trennungs-
borten in der Schreinerkunst bis ans Ende des Archaismus
gebräuchlich blieben, die Darstellung einer reichen, relief-
geschmückten Holztruhe auf dem lokrischen Tonrelief Abb. 2
auf S. 11 an, deren zwei yßQcu breite Streifen mit demselben
einfachen Mäander einfassen, wie er auf den Eckpfosten an-
gebracht ist. Von kleineren xLßcovia in Vasenbildern, bei denen
auch an Körbe, wenn nicht gar Tonbüchsen gedacht werden
kann, sehen wir besser ab (s. z. B. die späterrotfigurigen
Bilder in Athen Ecp. ägy. 1905 Taf. 6 — 7 und Berlin Furtw.
2374, Mon. d. I. IV Taf. 24b). So bestätigt sich die Annahme
entsprechender Zierstreifen auf der Lade, die ja bereits in den
früheren zeichnerischen Herstellungsversuchen Ausdruck fand.
In dem unseren wurden dafür Ornamente gewählt, deren Her-
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