Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 41.1916

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WALTHER WREDE

Pferdebeine kreuzt, zur Raumfüllung unter den Pferden aber
selten verwendet wird1.
Besondere Erwähnung verdient die kühne Vorderansicht eines
sitzenden Hundes auf der Cornetaner Amphora 41 (Abb. 4). Er
hat seinen Bruder auf der Bostoner Kirkeschale (Buschor, Griech.
Vasenm.2 128, Abb. 92), wo ihn Buschor auf chalkidischen Ein-
fluß zurückführen möchte. Jedenfalls wird man an Herkunft
von ornamental verwendeten Tierfiguren, wie sie die prachtvolle
Sphinx in Vorderansicht (ebenfalls mit links gewandtem Kopf)


Abb. 4. Amphora in Tarquinia (41).

im Innenrund der Berliner Schale (Furtwängler 17762) repräsen-
tiert, zu denken haben. Das jüngere Gegenstück zu solcher
‘Verkürzung’ bietet dann die Würzburger Eingeweideschau (Ger-
hard, AV. 267; Furtw.-Reichh. 103) in der frappanten Rücken-
ansicht eines Hundes; aber die ist hier aus einem ganz anderen,
nicht dekorativen Geist erwachsen.
9. Zusammenfassung. Korn positionsfragen.
Es ist bis jetzt im allgemeinen nur von den einzelnen
Figurentypen der Ausfahrtsszenen die Rede gewesen. Kompo-
1 Wenn der Hund einmal in dieser Funktion auftritt wie auf der
Akropolisscherbe Graef 111, Taf. 83, 1630 a, so zeigt seine Darstellung erst
recht nichts Gemeinsames mit jenen ionischen Typen.
2 Ähnlich Louvre A241, abgeb. Morin-Jean, Dessin des animaux 111,
Vignette.
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