Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 41.1916

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WALTHER WREDE

Ausfahrtsszenen wird man auch diesen Denkmälerkreis billig
anschließen.
Das Epos beschreibt die Anschirrung des Gespanns an
mehreren Stellen, am ausführlichsten .2 268ff. \ ln der bilden-
den Kunst entwickelt sich für das Motiv ein bestimmtes Schema
schon seit dem strengen schwarzfigurigen Stil (144)* 1 2, das sich
dann in der letzten Zeit der schwarzfigurigen Malerei festigt,
auf gleichzeitigen frührotfigurigen Vasen noch lebt (180, 181,
Taf. XXXIV), dann aber verschwindet. Die mir bekannten
Stücke sind im Katalog unter Nr. 143—182 aufgeführt3.
1. Der Vorgang. Einzeltypik.
Zunächst sei der schon öfters beschriebene4 technische Vor-
gang, wie er sich auf der Mehrzahl der hier zusammengefaßten
Vasenbilder darstellt, noch einmal in Kürze dargelegt und bisher
ungenaue Beobachtungen ergänzt.
Die beiden Stangenpferde sind bereits angespannt, die Bei-
pferde werden erst herangeführt; jedoch sind beide Beipferde
nur auf 150 (Taf. XXXI), 155, 163 (Taf. XXXIII), 172,176,180 (das
zweite halb), 181 (Taf. XXXIV), in besonderer Anordnung auf 179,
175, 168 wiedergegeben, während alle übrigen Bilder darin ab-
kürzen und nur das eine Pferd geben. Für sich steht 156
Beeinflussung Kretas und Etruriens in den Vordergrund rückt und zu-
gleich auch den Anteil von Rhodos als Sammelbecken und Vermittlerin
östlichen Gutes zu beachten lehrt (für Italien: 136f.). — Dasinzwischen
erschienene Buch von Courby, Les vases grecs ä relief, kann ich nur
nachträglich zitieren.
1 Vgl. Reichel, Homer. Waffen 128ff.
2 Ob die Darstellung der protokorinthischen Lekythos 143 wirklich
als Vorläufer der späteren Schirrszenen zu gelten hat, ist fraglich: ein
Zweigespann, ein pferdführender Jüngling. Dieser Fries reiht so bunt
(außer dem Gespann: Lanzenschwinger, gehender Mann, Tod des Aias),
daß es nicht auszumachen ist, ob der Pferdführende wirklich zum Gespann
zu ziehen ist.
3 Aufzählung bei Pernice, Griech. Pferdegeschirr, 56. Berl. Winck.-
Progr. 1896, 13f. Die dort genannten Stücke sind in unserem Katalog,
wieder aufgenommen, ebenso die von Zahn, Text zu F. R. III 231, Anm. 18
nachgetragenen.
4 Katalogbeschreibungen der einzelnen Stücke, bes. Furtwängler,
Vasensammlung 1897; Heydemann, Arch. Jahrb. IV1889,264f.; Zahn, a. a. O.
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