Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 41.1916

Page: 393
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1916/0439
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
MATERIALIEN ZUR GESCHICHTE DER ÄGÄIS CHEN WANDERUNG 393
Die ägäische Wanderung bedeutete also in der Geschichte
der monochromen Ware keinen prinzipiell wichtigen Markstein.
Zwar lag in der Zeit der Völkerbewegung das Handwerk da-
nieder, doch blühte es nachher wieder auf, und es übertraf nun
die Töpferindustrie das früher Erreichte.
Auf eine Kleinasien eigentümliche Art der Dekoration, die
sich auch auf der monochromen Ware findet, sei noch be-
sonders hingewiesen, auf die den Bauch der Gefäße be-
deckende vertikal verlaufende Riefelung1, eine aus
der Metalltechnik übernommene Dekorationsform2. Sie ist
dann durch die Etrusker bis nach Italien verbreitet worden und tritt
an kleinasiatisch anmutenden Buccherogefäßen während der Wan-
derungszeit auch auf Kypros auf3, vielleicht durch Vermittlung
hierher versprengter kleinasiatischer oder über Kleinasien ge-
kommener Volkselemente, wie solches auch die griechische Sage
von Teukros und den Gerginern anzudeuten scheint4.
In der Osthälfte Kleinasiens hat schon im Laufe des III. Jahr-
tausends neben der monochromen auch die bemalte Ke-
1 Z. B. Schliemann, Ilios Fg. 389 = H. Schmidt, Katalog 2263; Ilios
Fg. 1092 = Katalog 2293; Annuario III, 59 Fg. 28; 63 Fg. 31; Gordion
Abb. 30. 31. 33. 35. Ein Exemplar aus Syrien Syria III Taf. 64 Nr. 10.
2 Troja, II. Schicht: Katalog 5860. 5865; Wan, VIII. Jh.: Lehmann-
Haupt, Materialien 100 Abb. 71.
3 Buccheroartige monochrome Ware, die ältere mit Riefelung, durch-
wegs Oinochoai (Cyprus Mus. Cat. Bronzezeit I, 7; gräkophönik. Zeit
I, 2), bes. aus Enkomi (British Mus. Cat. 192ff.), dann in den Gräbern
von Katydata Linu (Cypr. Mus. Cat. 1033; Ohnefalsch Richter, a. a. O.
Taf. 172, 17), vereinzelte Exemplare aus Klavdia (Brit. Mus. Cat. 195) und
Kurion (Excav. in Cyprus Fg. 125, 89); jüngere ungeriefelte Typen aus
verschiedenen Orten (sogar noch aus Amathus; Brit. Mus. Cat. 1009
bis 1104).
4 Aus der griechischen Überlieferung (Hesiod Rz3 Fr. 205b; Hero-
dot V 13; VII 43; vgl. P. Kretschmer, Einl. in d. Gesch. d. gr. Spr. 189 ff.;
E. Meyer § 491 A) geht mit Sicherheit hervor, daß die Teukrer von
Kleinasien aus den Seeweg beschritten und insbesondere nach
Kypros (Salamis) gekommen sind. Damit ist auch die Identifikation
mit den Zakara (tJk^rl) der ägyptischen Quellen, einem der Ägypten um
1200 angreifenden Seevölker, nicht mehr abzulehnen, denn die Zakara
haben sich noch um 1100 nach Ausweis des Wen Amon Papyrus
(Bossert, Altkreta1 52ff.) in dem Kypros nahezu gegenüberliegenden
palästinensischen Dor gehalten und hätten sich dort überhaupt kaum
loading ...