Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 41.1916

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FRITZ SCHACHERMEYR

ramik Eingang gefunden* 1. Die Gefäße dieser Gattung sind
an der Außenseite meist mit einem hellen Überzug versehen,
auf dem man geometrische Muster vielfach zweifarbig in
schwarzer (bis violetter) und roter (bis brauner) Farbe aufgetra-
gen hat. Die geometrischen Muster sind einerseits von der
linearen Dekoration der monochromen Ware beeinflußt, zeigen
aber mit ihren Gruppen konzentrischer Kreise, dem zur Flächen-
deckung dienenden Gitterwerk, den eingestreuten bildlichen Dar-
stellungen manches Selbständige. Auch liegt hier mitunter eine
Annäherung an den von M. Hoernes sog. Rahmenstil vor2.
Die bemalte Keramik scheint in Kleinasien unter mesopo-
tamischem Einflüsse Verbreitung gefunden zu haben. Sie ist
in Babylonien unstreitig noch viel älter, und es führen uns von
hier die Beziehungen sogar noch weiter nach Osten über Susa
bis Turkestan3. Nach Kleinasien ist sie, wenn nicht schon
festsetzen können, wenn sie nicht gerade in Kypros einen Rückhalt
besaßen. Dafür, daß die Zakara jemals mit Kreta in Beziehungen ge-
standen hätten, fehlt dagegen jeder Anhaltspunkt, daher ist es auch in
höchstem Grade unwahrscheinlich, daß sie, wie man noch immer wegen
des doch wohl nur zufälligen Anklanges an den mod. Ortsnamen Zakro
annimmt, früher auf Kreta gewohnt hätten (vgl. schon Strabon Xlll 604).
1 Myres, a. a. O. 377 ff., wozu die Funde von Akalan (Mitt. d.
Vorderas. Ges. XII 1907 Heft 7, Taf. 10) und vor allem die eingehende
Bearbeitung der ostkleinasiatischen Funde durch L. Curtius in H. Grothe,
Meine Vorderasienexp. I, CCLXXV ff. zu vergleichen. Chronologisch von
Wichtigkeit ist das Vorkommen der bemalten Ware im Kül-tepe
(E. Meyer, Reich und Kultur der Hethiter 52 Taf. V), wo nach Fr. Hroznys
gütiger Mitteilung seine neuen Ausgrabungen eine zweifelsfreie Zusam-
mengehörigkeit der bemalten Ware mit Keilschrifttexten des ausgehen-
den III. Jahrtausends ergeben haben. Eine Scherbe von Kizil-dagh
bei Frankfort 71 Abb. 8 B. Ein großer Teil des Materiales, bes. aus Bo-
ghazköi, ist noch unpubliziert.
2 Jahrb. d. Zentralkomm. f. Erforsch, u. Erhalt, d. Denkmale III 1905,
31 ff.
3 In Babylonien bes. zu Ur, aber auch an vielen anderen Fund-
orten (Antiquaries Journal IV 1924, Taf. 47a; Der Alte Orient XXVI
1928 passim); sehr alt ist auch die bemalte Ware von Scham iram-
alty in Armenien (Eberts Reallex. s. v. Tuschpa § 6 I). Die älteste be-
malte Keramik von Boiotien, Thessalien, Mesopotamien, Elam und Anau
wird von H. Schmidt (AA. 1923/4, 348f.; Ztschr. f. Ethn. LVI 1924, 133 ff.)
zu einer großen Gruppe, dem Textilstil, zusammengefaßt. Auch Klein-
asien scheint sich darin wohl einzureihen.
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