Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 41.1916

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FRITZ SCHACHERMEYR

damit nur die recht vage Datierung ca. 1800 bis 1200 verbun-
den ist, da während dieser ganzen Zeit Boghazköi seine be-
deutende Rolle im Hethiterreiche gespielt hat und wir nicht
wissen, wann und wie lange die erwähnte Axtform dort üblich
gewesen ist.
Äxte gleicher Form sind nach Winckler a. a. O. auch ander-
wärts in Kleinasien gefunden worden, sie sind noch alle aus
Bronze. Für Troja ist uns die Ärmchenaxt nur durch eine Guß-
form belegt (Troja und Ilion I Abb. 406), welche uns erkennen
läßt, daß hier der Klingenteil keine Einziehungen mehr aufwies
und der Schaft schon länger und quergeschlossen war.


Abb. 11. Ärmchenaxt aus der Gegend von Kaisarije.

Auch sind die Seitensprossen in etwas deutlicherer Weise zu
Ärmchen ausgebildet, als dies bei den -hethitischen Exemplaren
der Fall war. Zwischen den beiden erwähnten Typen vermittelt
nun die Form einer bisher noch unveröffentlichten Bronzeaxt,
welche O. Menghin in der Sammlung Evans aufgefunden hat1.
Dieselbe soll laut Inventarbeischrift aus dem Bereiche von
Kaisarije stammen (Abb. 11). Sie stimmt mit der Wincklerschen
Form in den Einziehungen des Klingenteiles und in der Art
der Sprossen überein, entspricht in der Gestaltung des Schaftes
dagegen eher der trojanischen.
Die uns erhaltenen europäischen Ärmchenäxte, die im
wesentlichen der trojanischen Form gleichen, stammen aus der
Hallstattzeit, sind meist aus Eisen und lassen in ihrer Vergesell-

1 Für die Erlaubnis, das Stück zu veröffentlichen, sei auch hier
Herrn Professor O. Menghin mein herzlichster Dank ausgesprochen.
Unsere Abb. 11 gibt das Original auf V4 verkleinert wieder.
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