Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 42.1917

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0. Rubensohn

Die Grabung am Fuß der Akropolis.
Eine wichtige Ergänzung erfuhr unsere Untersuchung auf der Höhe
der Akropoiis durch eine Grabung Hihers von Gaertringen auf einem
im Raum noch beschränkteren Piatz unmittelbar am Fuß des Burg-
hügels dicht vor der Mauer des Venezianischen Schlosses. Hier lag, be-
grenzt von Privathäusern im W., der Kirche des H. Onuphrios im S.
und von Straßenzügen im N. und 0., ein kleiner, mit einer Schutthalde
bedeckter Platz, auf dem vor Jahren die von Loewy u. a. beschriebene,
zuletzt von Poesch, Altertümliche Marmorwerke auf Paros Tat. 5
publizierte Nikestatue gefunden sein soll. Unter ganz besonderen
Schwierigkeiten, die in erster Linie in der mangelhaften Stabilität der
umgebenden Bauten und Straßen ihren Grund hatten, wurde hier zu-
nächst die Schutthalde weggeräumt und danp in die Tiefe gegraben.
Der Verlauf der Grabung ähnelte in jeder Beziehung dem der Grabung
auf der Burghöhe, ln situ befindliche Baureste der hellenischen oder
auch der römischen Epoche, die wir an einem so zentral gelegenen Punkt
mit Bestimmtheit erwartet hatten, fanden sich nicht, ln den oberen
Schichten stießen wir auf wenige Baureste recht modernen Datums, in
einer Tiefe von mehr als 7 m unter dem Niveau der Straßen aber wurden,
angektindigt schon durch weiter oberhalb gefundene geometrische,
monochrome und mattfarbig bemalte Vasenscherben, praehistorische
Mauern aufgedeckt. Der Boden, auf dem sie sich erheben, liegt rund 10 m
tiefer als die Mauersohle der praehistorischen Mauern auf der Burg. Wir
befinden uns also sicher hier im Gebiet der Unterstadt.
Es waren zwei kleine Gruppen von Bauten, die hier zutage traten.
Die nebenstehende Abbildung 6 zeigt die Aufnahme des Fundbestandes
durch den Architekten Sursos.
ln der nördlichen Gruppe unterscheidet man eine nord-südlich
streichende Mauer mit einer Tür, deren wohlerhaltene Schwelle aus zwei
großen Gneisplatten, wie bei den Türen in den Häusern auf der Akropolis,
gebildet wird, und, unverbunden an diese Mauer anstoßend, die Nord-
ostecke eines Zimmers mit einem Plattenpflaster der Art, wie wir es
auch schon oben kennen gelernt haben. Die Zimmermauern und das
Pflaster liegen auf etwas höherem Niveau als der Fußpunkt der Nord-
Süd-Mauer. Über das Verhältnis der Mauern zueinander läßt sich aber
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