Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 42.1917

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0. Rubensohn

S. 89). Sie begegnet bisher nur in Troja. (1 Exemplar), Tiryns, Amor-
gos und, ebenso zahlreich wie in Paros, in Phylakopi. Auf Kreta
fehlt die Form bezeichnender Weise ganz. Dümmler (Kleine Schriften
111 S. 59) leitete auf Grund der eingetieften Ornamente die Kuppe
mit dem Buckel auf ein Vorbild mit abnehmbarem Deckel zurück.
Das war ein Verkennen der eigentlichen Bestimmung dieser Vasen,
über die einleuchtend Maximilian Mayer, Archaeol. Jahrbuch 1907
S. 207 ff. gehandelt hat (vgl. bes. S. 266 ff.). Auch mit irgend welcher
Tierform hat die von den englischen Ausgräbern von Phylakopi
,,Entenvase" genannte Form nichts zu tun. Es ist eine Form des
Askos, bei dem
sich der Höcker
aus dem Verschluß
des auf der Dreh-
scheibe zunächst
, oben offen ge-
lassenen Gefäßes
ergibt.
Zwei Formen
sind zu unterschei-
den: Eine ältere
mit seitlich an-
sitzender, zurück-
gebogener Mün-
dung und eine jüngere mit hoch sitzender gerader Mündung. Bei
der älteren Form setzte man auf das fertig gedrehte Gefäß den
unteren Teil der Mündungsröhre auf. durchstieß die Wandung mit
dem in die Röhre eingeführten Finger und konnte den hierbei im
Inneren des Gefäßes entstehenden gehäufelten Rand mit dem Finger
eben noch an die Wandung andrücken (Abb. 7a). Dann wurde der
Rest der Mündung angesetzt, in einem Winkel zum unteren Teil,
um das Ausfließen zu verhindern. Bei dieser Gestalt der Mündung
ergaben sich Schwierigkeiten beim Ausgießen. Diese wurde behoben
durch die jüngere Form. Die gerade Mündung wurde in eine m
Stück aufgesetzt. Der gehäufelte Rand im Inneren konnte aber dann
nicht mehr angedrückt werden (Abb. 7 b). Kleine Henkel am Hals


Abb. 7.
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