Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 42.1917

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IY. Geometrische Vasen.
Die Zahl der geometrischen Scherben ist beträchtlich größer als
die der mykenischen. Im wesentlichen entstammen sie einem Scherben-
nest, das (s. o. S. 12) wenige Zentimeter unter der modernen Oberfläche
gleich beim Beginn des Aushebens von Graben 11 zum Vorschein kam. Dazu
treten einige wenige, aber wichtige Stücke aus Hillervon Gaertringens Gra-
bung und einige andere verstreut gefundene Scherben. Kein einziges voll-
ständiges Gefäß ist erhalten, bei den meisten Scherben ließ sich gerade noch
die Gefäßgattung erkennen, jeder weitere Aufschluß über die Gefäßformen
aber fehlt. Bei der geringen Größe der meisten Scherben fehlt auch die
Kenntnis der Gesamtdekoration der einzelnen Vasen. Die Hauptanhalts-
punkte zur näheren Bestimmung der Gefäße sind uns somit genommen.
Die Unterscheidung der verschiedenen lokalen Gattungen geometrischer
Vasen war zur Zeit unserer Ausgrabung und der Anfertigung des dieser
Veröffentlichung zugrunde liegenden Inventars noch unbekannt, ins-
besondere war die Scheidung der verschiedenen Inselfabriken noch nicht
erfolgt. Die Auseinanderhaltung dieser Lokalgattungen ist von hier aus
ohne nochmalige Prüfung von Ton, Überzug und Firnis nicht möglich.
Eine genauere Untersuchung an den Originalen wird wohl die Zu-
weisung der einen oder anderen Scherbe, die wir unbestimmt
lassen müssen, an eine der verschiedenen Lokalgattungen erlauben.
Die geometrischen Scherben zeigen kein einheitliches Tonmaterial, bald
ist der Ton schön braun im Bruch wie beim attischen (Inv. 233, 246,
247), bald schmutziger in der Farbe, auch mehr rotbraune und grau-
braune Sorten begegnen, keine einzige dieser Tonarten schien uns mit
dem parischen Ton übereinzustimmen, so daß es uns als sicher galt, daß
sämtliche geometrische Scherben von Importware herrührten.
Ebenso wechselnd wie das Tonmaterial ist die Firnisfarbe der ge-
fundenen Scherben. Vom glänzenden Tiefschwarz, wie es besonders bei
den kleinen Tassen (Inv. 232) zur Verwendung gekommen ist, wechselt
sie vom Dunkelbraun über Olivenbraun bis zum Rotbraun. Wir ordnen
die Scherben hier nach den Gefäßformen, denen wir sie zusprechen können.
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