Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 42.1917

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Die praehistor. u. frühgeschichti. Funde a. d. Burghügei von Paros 93
von Paros Vorgelegen haben, wahrscheinlich ist es aber schon 100 Jahre
früher der FaH gewesen.
In diesem Bestand bezeichnen die parische und melische Mattmalerei
und die minyische Importware die jüngste Gruppe. In der gleichen Weise
kommen Mattmalerei und Minyisches zusammen vor in Eleusis('_E<p?^v.
dp/cMoZ. 1912 S. 21), in Nisaia (Athen. Mitt. XXIX 1904, S.95), inAegina
beim Aphroditetempel, auf der Aspis bei Argos, in H. Marina und vor
allen Dingen auch in Melos. Hier tritt das minyische, wie besonders die
letzten Feststellungen von Dawkins und Droop, B. S. A. XVII S. 16 ff.
ergeben haben, gleichzeitig mit der geometrischen Mattmalerei auf, aber
erst in deren späterem Stadium, in der Anfangszeit der zweiten Stadt.
Der Befund stimmt also mit dem unsrigen genau überein und mag
als weiteres Argument für die Richtigkeit unserer oben dargelegten
Datierung des praehistorischen Paros dienen.
Neben diesen jüngeren Gruppen haben sich die älteren Gattungen,
wie wir gesehen haben, noch behauptet, sowohl die Ware mit Weißmalerei
und die mit Tiefornamentik wie die monochromen Arten. Wie dieses
Nebeneinanderstehen einerseits ein Beweis für den frühen Abschluß
der parischen Burgsiedelung ist, so wird es uns andererseits davor be-
wahren, mit der Gründung derSiedelung in zu hohes Alter hinaufzugehen.
Das wird auch schon durch das Fehlen der Gräberkeramik verboten und
durch das Verhältnis zu der Siedelung in Pyrgos auf Paros, die deutlich
noch eine Stufe zwischen der Gräberkeramik und der Burgkeramik vertritt.
Zwischen dem plötzlichen Ende der Burgsiedelung und dem durch
die spätmykenischen und geometrischen Scherben bezeugten Wieder-
erwachen des Lebens auf der Burg klafft eine Lücke von mehr als 300
Jahren, während der wir nicht nur im Gebiet der Stadt Paros, sondern
überhaupt auf der ganzen Insel keine Spur menschlichen Wirkens nach-
weisen können. Die ganze reiche Entwicklung, die in Melos seit der zweiten
Epoche der zweiten Stadt einsetzt, die Blüte von Kreta und Mykene
sind spurlos an Paros vorübergegangerF).
O Das Verhältnis von Paros zu der Mattmaierei in den Schachtgräbern
ist ganz kiar: Der Gesamtstock der parischen mattbemaiten Vasen ist äiter.
Nur die ganz späriichen Stücke der ietzten parischen Gattungen, die unter Gruppe
II Abp(S. 65) beschriebenen, stimmen in der Technik mit den ältesten matt-
bemaltenVasen derSchachtgräber vom TypusIbeiF.-L. überein.Von demTypusH
der mattbemaltenSchachtgräber-Keramik hat sich in Paros nur eine Scherbe (S. 66)
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