Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 42.1917

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F. Hiiler von Gaertringen

entweder der größte der Deinen, oder der, in dessen Gebiet das Heiligtum
(beim heutigen Dorfe Th(e)oio(g)os) lag. Die zweite Möglichkeit schien mir
die wahrscheinlichere. Zum Namen bemerkt Fick, Vorgr. Ortsnamen 46:
'Vczc&tog könnte griechisch sein, oder verg!. '/cronu? ^rrep/.a^g
(Lykien) CIG Hi 4300?' Näher liegt aber doch dann der griechische
Name des Berges VcrOi-?? auf Korkyra (Thuc. 111 85, 4); die Schreibung
mit oder to wie in 'Aa^og — ' Tztu^og u. a.
2. JZcmzujpag (6), mit der nächstgrößeren Vertreterzahl. Dazu
V7owtops/a (IG Xll 1, 786io)i). Einer freundlichen Mitteilung Kinchs
verdanke ich die Kunde von einer Opferinschrift, die Pontoreia, den
'Seeberg' (vgl. k^xp-Optvo:, TTap-topcm, vJux-Op^cx u. a.), in der
Nähe des heutigen Archangelos festlegt. Berg und Dorf zeigen die Ab-
bildungen 6 und 11 in Thera 1 364/5. Es war für mich eine Überraschung,
schon hier die nördliche Begrenzung des Gebietes von Lindos zu finden;
vorbereitet war diese Einsicht aber durch die Festlegung von
3. ifpvytiMapto/ (5), auf attischen Tributlisten des V. Jahrhunderts
/lp;x^&2p;o;, beim Dichter Herondas HpixiT^pa, wodurch das a als
lang gesichert wird, südlich vom Dorfe Aphantu an der Ostküste. Hier
war die Inschrift entscheidend, die ich in dem oben (S. 17H) angeführten
Winckelmannsprogramm veröffentlicht habe: k^y^o/cTpazrog Dif/uwog
fcpa^eüaag ßpay/iMlog zrp?g xai Ja/aoupy7)o'ag Bpuy/Tdc;, der wir auch
entnehmen dürfen, daß die vom Unterweltsdämon entführte Kore auf dem
schönen Relief des Berliner Museums die Ortsgöttin Brygindis ist — die
Bezeichnung Echelos und Basile gilt natürlich nur für die eine attische
Parallele aus Echelidai bei Munichia. Nach Herondas muß man Brygindara
als einen angenehmen ländlichen Wohnsitz an der Küste ansehen;
die Feigen, die nach ihm benannt sind (Ath. Hl 109 d), können in den
fruchtbaren Gärten bei Aphantu ebensogut gewachsen sein wie bei Phanes
und Soroni an der Nordwestküste, wo ich sie früher gesucht habe.
4 und 5. J5vp7ütLog und 'YJrfpeyxerg (je 1) bleiben beide besser
unbestimmt. Daß, wie Selivanow annahm, ^p4tOog mit Elision des t zu
^FüJog und durch eine Art Metathesis zu ^'ü/tog wurde, einem modernen
Orte, dessen Lage an sich nicht ungeeignet wäre, könnte man durch

p xcü *st es erlaubt, die Bei-
namen zu deuten?
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