Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 48.1923

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H. FRÄNKEL

Inschrift hinter den xXifiayMhg. Dies ist die ältere Reihenfolge
für die Aufzählung von Trierengerät; sie ist in allen älteren
Inschriften (Nr. 793—96, 802, 803; Nr. 804 bietet kein Material),
soweit überhaupt eine feste Ordnung eingehalten ist 1, bis auf
einen vereinzelten Fall der späteren Ordnung (797 e) durchweg
befolgt. Die jüngere Reihenfolge setzte sich niemals völlig
durch 2.

Ferner ist unsere Inschrift jiinger als 342/41. Denn die
in b immer gebrauchte Form o dslva (xcd öwrQirjo.) XXHPAPl-l-i-l-
cutö rrjg XaQtrog ’Aq/Jvscd sqjov ist erst zwischen Nr. 803 und 804
eingefiihrt worden. Vorher (793h, 794d, 803) herrscht in den
Verzeichnissen ausstehender und bezahlter Geräteschulden aus-
schließlich die Form 6 d'sZva (cov slaßsv [jisra rov dsZvog]) sjti
rrjv NixaQsrrjv (AvöixQarovg sQ-yov) tuqqov xrl. (ovrog ajtsöörzsv
XX) 3. Auch ist der Zusatz ä jtaQslaßov jtaQa rov ösZvog xa't
övvtq. nicht vor Nr. 804 belegt.

Man sieht, wie alle die verschiedenen kleinen Äußerlich-
keiten, ohne einander zu widersprechen, in die gleiche Richtung
weisen. Wir diirfen also dem Schluß trauen, der aus diesen
Beobachtungen gewonnen ist. Dazu kommt noch die Bestäti-
gung aus den ersten Zeilen der Mittelkolumne. Die Trierarchie
des Konon und Philomelos für die Xägig Aq/Jvsco sqjov fällt nach
808c 31 ff. (wo [Kovcov] r]\uo&so[v] zu lesen ist) und 809d 168ff.
in das Jahr des Pythodelos. Unser Text ist demnach friihestens
am Ende dieses Jahres 336/35, und wie oben festgestellt

1 Ohne Ordnung werden meist (außer Nr. 796 und 802) die hölzernen
Geräte aufgeführt, die als zugehörig bei den einzelnen Schiffen auf den
Werften und in den Schuppen lagerten. Da ging man eben von einem
Stand zum andern, und zeichnete jedesmal zuerst auf, was zuerst in die
Augen fiel (789—91, 798, 800). Dagegen werden die von den Trierarchen
geschuldeten Trierengeräte (außer in Nr. 792, 799 und der Sundwallschen
Inschrift) stets in der festen Reihenfolge gegeben (793h 10 ist ein Versehen).

2 Die ältere Ordnung hält sic'n noch in 807a 15—27, und natürlich
in 808b 37, 809b 78 wegen der hier besonders notwendigen Stetigkeit;
es mußte ja immer Posten um Posten gegen den Bericht des Vorjahres
abgerechnet werden, vgi. 793a 93. Fiir unsere Datierung maßgebend ist
nur die «W-Formel.

3 Den Grund fiir die Veränderung des Ausdrucks s. u. S. 18 :!.
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