Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 48.1923

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ANDREAS RUMPF

wiedergegeben (Nr. 5, von de Ridder jtv (?) 'Ayue gelesen).
Das vierstrichige Sigma zeigt, daß Raoul-Rochettes attische
Typen die Originalinschrift nicht genau vermitteln konnten, das
+ = s spricht für die Zuverlässigkeit von Oriolis Lesung. Wir
werden ihm da’ner auch glauben können, daß tygmps auf der
Vase stand, obwohl de Ridder dies nicht angibt; die Photo-
graphie auf Tafel 26 unten links zeigt, daß die Stelle, wo das
Wort sitzen müßte, heute teilweise von einem Inventarzettel
verdeckt ist. Über dessen Buchstabenform im einzelnen sind
wir im unklaren. Daß das Gamma jedoch nicht die von Raoul-
Rochette angegebene attische Form haben kann, geht aus dem
A in IIEAEI und A+IAEI hervor.

Die gleichzeitig gefundene Amphora Museum etrusque 1499
scheint verschollen zu bleiben. Nach den bisherigen Erfah-
rungen dürfen wir aber unbedenklich annehmen, daß die An-
gaben unserer Gewährsmänner zuverlässig sind. Ein weiterer
Beweis für ihre Glaubwürdigkeit ist, daß die ihnen unverständ-
liche Inschrift (Mus. etr. Taf. 33; Kramer, Stil und Herkunft 62)
im CIG. 7580 als ^vdQof/dyj] gelesen werden konnte. Alphabet
und Buchstabenformen sind dieselben wie auf der Praxiasvase,
namentlich auch die auffallende Form des Alpha. War sie aber
im selben Grabe wie diese als ein in Form und Technik über-
einstimmendes Gegenstück gefunden, so dürfen wir dieselbe
Werkstatt annehmen, die Handschrift der Inschrift läßt sogar
denselben Maler vermuten. Das bestätigen die wenigen Vasen
gleicher Form und Technik, die wir kennen.

Da ist zunächst de Ridder, Cat. II Taf. 26 Nr. 914. Eine
Amphora, die nicht nur im Umriß des Gefäßes und im Auf-
setzen der Figuren mit Deckfarbe auf den Firnisgrund mit
Nr. 913 iibereinstimmt, sondern auf der sich auch Eigenheiten
der Zeichnung — man vergleiche den Kopf des Eros mit dem
des Peleus, seine Armmuskeln mit denen des Chiron — so
genau wiederholen, daß wir in ihr sicher ein Werk des Praxias
besitzen.

Form und Stil finden sich wieder auf einer Amphora, die
in den Annali XXIV 1852, 345 Taf. T von Leopold Schmidt
zuerst veröffentlicht und seitdem wiederholt behandelt wurde.
Auf der Vorderseite trägt sie das Bild eines Jünglings mit einem
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