Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 48.1923

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ERNST PFUHL

auch die Abbildung, auf die ich leider allein angewiesen bin,
spricht nicht für die Annahme, daß der Erhaltungszustand
täusche. In minoischer Zeit ist diese badehosenartige Tracht
selten und nur gegen die Mitte des zweiten Jahrtausends nach-
gewiesen. Die Hauptbelege stammen aus den Schachtgräbern

Abb. 1. Relieffragment von Palaikastro.

von Mykenä, vereinzelte Beispiele aus Kreta: das bekannte
Specksteinrelief eines Bogenschützen aus Knossos und ein paar
Tonsiegel von Zakro. Die Erklärungsversuche des Befundes
können hier auf sich beruhen; denn der einzige, der fiir uns
von Bedeutung wäre, ist sicher irrig: dies sei die Tracht der
einwandernden Griechen gewesen.

So scheint denn eine Liicke von tausend Jahren zwischen
der seltenen alten Tracht und ihrem angeblichen Nachleben im
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