Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 48.1923

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DAS OLYMPIEION IN ATHEN. II.

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Sima nicht erhalten, wohl aber Werkstücke, welche die
Dachneigung mit Sicherheit, die einzelnen Maße aber nur all-
gemein angeben können.

Von den Kassetten sind Stücke erhalten (Taf. III 3), die
von nicht verwendeten schadhaften Exemplaren stammen.

Die Ruine des Olympieion liegt auf einer Terrasse (AM.
XXXXVII 1922 Taf. VII), die im Süden, Osten und Westen durch
starke Mauern aus mächtigen Kalksteinquadern mit kräftig
hervortretender Rustika und Strebepfeilern abgestützt wird
(Taf. II 4). Im Altertum war das Bild aber sehr verschieden.

Im allgemeinen hatte man bisher den Haupteingang zum
Olympieion im Westen angenommen (Judeich, Topogr. S. 343),
am wahrscheinlichsten in Qestalt einer breiten Freitreppe, die
vom tieferen Außenniveau durch die Stützmauer hindurch zum
Innenniveau anstieg. Die Ausgrabung hat aber die Funda-
mente, die an der Westseite liegen, als zu einer großen Basis
zugehörig festgestellt. Damit erledigt sich die Frage nach einem
Eingang im Westen. Im Osten ist der größere Teil der Mauer
erhalten, aber nirgends findet sich die Spur eines Zugangs; im
Süden ist der Niveauunterschied so groß, daß sich ein solcher
von selbst verbietet. Es bleibt also als Hauptzugang nur das
Propylon im östlichen Abschnitt der Nordmauer übrig, das
ohne Grund als kleines Propylon bezeichnet wurde (Grundriß
in ÜQaxTLxd 1886, Taf. 1). Seit der Ausgrabung von 1886 war
es wieder verschüttet worden, es wurde von uns wieder frei-
gelegt, um den unveröffentlicht gebliebenen Aufriß aufnehmen
zu können. Der Erhaltungszustand ist aus Taf. III2 zu ersehem
Die Umfassungsmauer des Bezirks ist durch die Türöffnung
durchbrochen, vor der die Halle von 10,20 m Breite mit vier
Säulen Front (zu 3,10 m Achsweiten) und zwei stark vorge-
zogenen Anten. Der Stylobat weist an den Stirnflächen Ver-
satzbossen und einen starken Werkzoll längs der oberen Kante
auf (Taf. II 5). Die Plinthe der Säulenbasis ist nicht geglättet,
und die äußeren seitlichen Profile sind nicht ausgeführt, sondern
nur angelegt. Dasselbe ist an den Randleisten des Türpfeilers
an der Hofseite festzustellen. Das Pflaster besteht, soweit es
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