Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 49.1924

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ALTIONISCHE TEMPEL.

(Hierzu Tafel XVI-XVIII).

1. Der Hekatompedos von Naxos.

Die Ausgrabung, zu der der Hohe Archaeologische Rat in
Athen, dem hierzu Beginn bestens gedanktsei, in herkömmlicher
Liberalität die Erlaubnis erteilte, fand Juli — August 1923 statt.

Das jetzige Inselchen öro Ilalaxi (engl. Seekarte Nr. 1732),
im Altertum und Mittelalter durch einen Streifen mit dem Fest-
land verbunden, erhebt sich vor der Hauptstadt der Insel zu
einer Höhe von ungefähr 25 m über dem Meeresspiegel mit
kulminierendem Punkt im Nordosten, gemäßigtem Abfall nach
Westen und Südwesten, Steilabfall nach Osten. Der ausge-
grabene Tempel, ein Doppelantentempel mit Vorhalle, Cella,
Opisthodom und Hinterhalle, liegt am Westabhang mit Orien-
tierung NW-SO (Taf. XVI).

Seit Tournefort (Reise nach der Levante I 338, Taf. 22)
war das monumentale Tor auf Palati bekannt, ohne daß
sein architektonischer Zusammenhang untersucht worden wäre.
Buchon (Voyage dans l’Eubee et les Cyclades 171) konnte
noch das jetzt verschollene Manuskript des Jesuitenpaters Sauger
aus Naxos aus dem Anfangdes XVIII. Jahrhunderts einsehen, das
von einem bis in Türhöhe erhaltenen Stück aufgehenden Mauer-
werkes berichtet. Choiseul-Gouffier (Voyage Pittoresque
dans l’Empire ottoman I 68, Taf. 22) stellte 1776 eine Länge
von 84X56 Fuß, Pasch van Krienen (Breve descrizione dell’
arcipelago, Neuausg. von L. Ross63) eine von 100X50, Leake
(Travels in Northern Greece III 94) spricht von annähernd
80 Fuß, während Ross (Inselreisen I 28, Neuausg. 123) bereits
die weitestgehende Zerstörung des Baues vermerkt. Diese
brachte Dugit, dem wir eine kleine Monographie über Naxos
verdanken (De Naxo insula, Pariser Diss. 1867 und Übersetzung
L’Tle de Naxos 38) dazu, die Zugehörigkeit des Tores zu einem
Tempel zu bezweifeln und seine Erbauung in hadrianische Zeit
anzusetzen.

ATHENISCHE MITTEILUNQEN XXXXIX 1924. 2
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